Adler gegen Lerche
Berlioz, szenisch? Gab es in Moskau lange nicht. Im Bolschoi Theater dirigierte Alexander Vedernikov 2002 «La Damnation de Faust» – konzertant. Überdies fehlten ihm damals, wie er selbst befand, zwei Wochen Probezeit. Der aktuelle Generalmusikdirektor, Tugan Sokhiev, führte im April dieses Jahres in einem Galakonzert Berlioz’ Requiem auf, wobei zwar der Chor des Bolschoi, aber das Orchester des Théâtre du Capitole Toulouse antrat. Auch hier schienen die Proben zu knapp bemessen, das Ergebnis geriet reichlich flau. Berlioz ohne Drive – das geht nicht.
Valery Gergiev und Vladimir Fedoseyev, die russischen Profis in diesem Repertoire, wüssten das zu vermeiden.
Für die Neuinszenierung des «Faust» hat man jetzt Peter Stein ans Bolschoi eingeladen. Unter anderem wohl, weil er einst Goethes Tragödie komplett bebildert hatte. In der Hauptstadt erinnert man sich auch gern an seine Inszenierung von Tschechows «Drei Schwestern» (1984, in Moskau 1989), die inmitten der Perestroika-Euphorie herauskam. Damals schien es, als wüssten die Figuren auf der Bühne besser Bescheid über das Leben draußen als die Menschen im Saal. Heute, 30 Jahre später, erfasst Stein die Stimmung in Russland ebenso ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Alexej Parin
Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Das sind, nach Kant, die Grundfragen des auf Vernunft gegründeten Lebens. Sapere aude! – der vor 232 Jahren formulierte Appell des aufgeklärten Geistes aus Königsberg ist bis heute nicht eingelöst. Und erst recht nicht erledigt. Wie ein verdecktes Leitmotiv hallt er durch das Werk von William...
Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte...
Die Wiederbelebung vergessener und vernachlässigter (Bühnen-) Werke ist seit vielen Jahren das künstlerische Markenzeichen des Festivals della Valle d’Itria. Dass im Palazzo Ducale eine Partitur erklingt, die nie zuvor zu hören war, passiert freilich selbst im auf Raritäten abonnierten Martina Franca nicht alle Tage. Doch mit Saverio Mercadantes 1831 für Madrid...
