Notwendige Erinnerung
Eine Nacht, die die Welt veränderte. Und eine Art Echtzeit-Oper. Die Stunden vor der Explosion der ersten Versuchsatombombe in Los Alamos, von innen betrachtet, nämlich aus der Sicht der Wissenschaftler und Militärs, die in einem Lager fieberhaft an der Realisierung ihres Projekts arbeiten. Die Texte zusammengestellt aus Originaldokumenten, kontrastiert mit Gedichten und philosophischen Erwägungen. Das, was John Adams und sein Librettist Peter Sellars am Reißbrett ausgetüftelt haben, legt die Gefahr der akademischen Abhandlung oder, schlimmer noch, des vertonten Besinnungsaufsatzes nahe.
Bei der deutschen Erstaufführung in Saarbrücken nichts von alledem. Stattdessen ein spannendes Kammerspiel, eine Situation von außerordentlicher Dramatik, gruppiert um eine zeitlose Menschheitsfrage: Trägt derjenige, der kraft seiner Kompetenz wissenschaftliche Entwicklungen ermöglicht, auch die Verantwortung für die Folgen?
Regisseur Immo Karaman und sein Bühnenbildner Johann Jörg schaffen dafür einen Raum, der einer Versuchsanordnung ähnelt: eine weitgehend leere Fläche, begrenzt durch Sicherheitszäune, gestaltet durch große Tische, die aus der Bühne herauswachsen und je nach Bedarf als Möbel, ...
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Die erste Spur des viel behandelten Elektra-Stoffes findet sich in einem «Orestie»-
Poem des Stesichoros aus dem sizilianischen Himera. Der Dichter starb etwa 555 vor Christus in Katane, dem heutigen Catania. Ein Platz und eine Marmorbüste erinnern heutige Besucher daran, dass die Tragödie des Sophokles und das von Hofmannsthal für Strauss geschriebene Libretto...
Was sich leicht singt, ist schwer zu schreiben. Es gab und gibt immer nur wenige Komponisten, die sich mit der menschlichen Stimme als Instrument befassen. Dabei geht es weniger um Fragen des Umfangs oder der Dynamik als um die Balance der Lagen, um physische Spannung und Entspannung, um das Verhältnis von Klang und Emotion. Für Stimmen komponieren bedeutet mehr,...
