Notwendige Erinnerung
Eine Nacht, die die Welt veränderte. Und eine Art Echtzeit-Oper. Die Stunden vor der Explosion der ersten Versuchsatombombe in Los Alamos, von innen betrachtet, nämlich aus der Sicht der Wissenschaftler und Militärs, die in einem Lager fieberhaft an der Realisierung ihres Projekts arbeiten. Die Texte zusammengestellt aus Originaldokumenten, kontrastiert mit Gedichten und philosophischen Erwägungen. Das, was John Adams und sein Librettist Peter Sellars am Reißbrett ausgetüftelt haben, legt die Gefahr der akademischen Abhandlung oder, schlimmer noch, des vertonten Besinnungsaufsatzes nahe.
Bei der deutschen Erstaufführung in Saarbrücken nichts von alledem. Stattdessen ein spannendes Kammerspiel, eine Situation von außerordentlicher Dramatik, gruppiert um eine zeitlose Menschheitsfrage: Trägt derjenige, der kraft seiner Kompetenz wissenschaftliche Entwicklungen ermöglicht, auch die Verantwortung für die Folgen?
Regisseur Immo Karaman und sein Bühnenbildner Johann Jörg schaffen dafür einen Raum, der einer Versuchsanordnung ähnelt: eine weitgehend leere Fläche, begrenzt durch Sicherheitszäune, gestaltet durch große Tische, die aus der Bühne herauswachsen und je nach Bedarf als Möbel, ...
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So machen’s eben doch nicht alle! Noch bevor Lorenzo da Ponte in «Così fan tutte» die weibliche Treue grundsätzlich infrage stellte, entwarf er in «Una cosa rara» ein Gegenbild: Es sei zwar sehr selten, aber es komme doch vor, dass «bellezza ed onestà» zur Synthese finden. Das gute Beispiel gibt die Bäuerin Lilla, die allen Anfechtungen zum Trotz ihrem...
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