Das Höchste: Ein Liebestod
Den Verstand zu verlieren über Wagners «Weltabschiedswerk» galt lange als gute Tradition. Zumal im Bayreuther Festspielhaus, für dessen «mystischen Abgrund» der Meister sein opus summum bekanntlich konzipierte. Woher die Klänge kommen, wie sich Stimmen, Strukturen und Farben mischen – darüber sollte das Publikum staunend rätseln wie Gurnemanz über die Herkunft des reinen Toren. Mit der Mär von Monsalvat zielte er nicht nur auf eine neue ästhetische Erfahrung, sondern auf spirituelle Erleuchtung, auf «metaphysische Einkehr» (Ernst Bloch).
Deshalb der kunstreligiöse Untertitel: «Bühnenweihfestspiel». Deshalb die zeremonielle Aura. Oper als Oratorium, als Ersatzmesse, als kollektives Ritual.
Aber eben auch: modernes Traumtheater, Parcours des Unbewussten, Zukunftsmusik. Ein erhaben-unwiderstehlicher Klangstrom, Adagio-Droge von halluzinogener Kraft. «Schöne lange Weile» (Dieter Schnebel) und schäumende Erregung, feierliche Statik und kühne chromatische Bewegung. Wagners Bilanzstück, das Kelch und Schwert, Kreuz und Gral gegen die Oper als amusement in Stellung bringt, gegen die (vermeintlich) hohle Pracht der grand opéra. Zumutung und Offenbarung. Unendlich viel steckt in «Parsifal» ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann
Frau Harms, mit dem Kirchentag hätten wir Sie nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Wer hatte die Idee, Bonhoeffer auf die Opernbühne zu bringen?
Das Projekt geht auf einen Vorschlag des Kirchentagspräsidenten Gerhard Robbers zurück. Vor zwei Jahren fragten mich die Librettisten Theresita Colloredo und David Gravenhorst, ob ich die Regie übernehmen wolle.
Ihre...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
> Simon Boccanegra: 1., 10., 15., 18., 30.
> Die Zauberflöte: 4., 17., 20., 25., 31.
> Ariodante:...
Ein neuer «Ring» soll geschmiedet werden – von Valery Gergiev und seinen Truppen. Die Arbeit daran soll sich über zwei Jahre hinziehen, was wohl an den internationalen Verpflichtungen der Beteiligten liegt, die nur selten gleichzeitig frei sind. Für die Aufnahme der «Walküre» zum Auftakt des Projekts fanden sie sich zwischen dem 24. und 27. Juni 2011, zwischen dem...
