Guten Abend, gute Nacht
Im dialektischen Sinn verhält sich das experimentelle Musiktheater «Lullaby Experience» passgenau zum diesjährigen Motto des Festivals «Frankfurter Positionen». Denn in Pascal Dusapins Musiktheater geht es gar nicht um «Grenzen der Verständigung», sprich: um Kommunikation oder deren Scheitern. Sondern um das Aufrufen und Verdichten frühester musikalischer und emotionaler Prägungen, jenseits von Sprache. Genauer gesagt, um die DNA des Wiegenlieds.
Ziemlich dunkel ist es im Frankfurter LAB, den Boden bedeckt eine dicke Schicht weißer Daunenfedern.
In der Mitte steht ein riesiges Bett, das mit dem Fußende im Boden zu versinken scheint, hinten hängt ein Mond von der Decke, daneben baumelt eine Schaukel herab, ein Clown sitzt reglos in einem Lichtkegel, sanfter Pyronebel trübt ein wenig die blaue Lichtstimmung, aus den im Raum positionierten Lautsprechern perlt das Geräusch von gluckerndem Wasser.
Es gibt kaum Sitzplätze; so ist gewährleistet, dass die Zuschauer unwillkürlich Teil der kindlichen Trance-Traumszenerie werden, Teil einer Raum-Klang-Installation, die im Lauf der ersten halben Stunde nur langsam in Bewegung gerät. Bei jedem Schritt plustern die Federn in alle ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Regine Müller
Bei einem Souper in einem Pariser Salon hatte Gioachino Rossini eine für ihre fragwürdigen Sangeskünste bekannte Dame zur Tischnachbarin. Ihrem in dieser Hinsicht zweifelhaften Ruf zum Trotz wurde sie um eine Gesangsspende gebeten. Nach einigem Zieren kündigte sie eine Arie von Rossini an; davor flüsterte sie dem Komponisten zu: «Ich habe solche Angst!» Rossini:...
Der russische Komponist Alexander Wustin, geboren 1943, hat sich den Ruf eines ernsthaften, tiefgründigen Avantgardisten erworben. Sein intensives Erleben der Zeitgeschichte als Raum für das aktuelle Musikschaffen lässt ihn in gewisser Weise zu einem Erben Anton Weberns werden. Vladimir Jurowski, seit 2011 Leiter der Jewgenij-Swetlanow-Symphoniker, ernannte Wustin...
Ich gestehe es freimütig: Ich liebe Schnittchen. Aber nicht diese luxuriösen Exemplare, die bei Premierenfeiern und anderen vergleichbaren repräsentativen Empfängen herumgereicht werden. Ich meine Schnittchen in Reinkultur. Da, wo ich herkomme, nennt man sie Bütterken. Am liebsten mag ich die mit Gouda. Über ein echtes Käse-Bütterken, wie ich es allmorgens auch...
