Frische, die man hören kann

Die Osterfestspiele in Baden-Baden als Parade der Dirigenten: Zubin Mehta, Riccardo Muti und Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern

Opernwelt - Logo

Das gibt es nicht einmal in der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit drei Weltklasse-Dirigenten und drei verschiedenen Programmen. Insofern erst mal: Chapeau! Baden-Baden veranstaltete 2019 Osterfestpiele, die über den drögen Repräsentationszirkus, der gleichzeitig in Salzburg stattfand, weit hinausreichten. Dass die Berliner Philharmoniker auch in zahlreichen Kammermusikformationen und bei Jugendprojekten in der ganzen Stadt präsent sind, gehört inzwischen zum Standard dieses Festivals.

Dem scheidenden Intendanten Andreas Mölich-Zebhauser und seinem Team ist da eine Verbindung unterschiedlicher Programmschienen gelungen, wie man sie selten findet. Und das wohlgemerkt nicht im subventionierten, sondern im gänzlich privat finanzierten Rahmen.

Vorfreude ist die schönste Freude. Deshalb haben Konzerte mit den Berliner Philharmonikern und ihrem künftigen Chef Kirill Petrenko derzeit einen besondere Charme. Viel wechselseitige Offenheit, gesteigerte Konzentration. Frische, die man hören kann. Zum Beispiel bei Tschaikowskys 5. Symphonie, die in Baden-Baden nicht als aufgeheiztes Per aspera ad astra-Dramolett zu hören war, sondern in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Halb gewonnen

Ein Raum, karg möbliert: Tisch, Stuhl, Fenster. Die Szenerie wirkt (alb-)traumhaft, als zögen sich imaginäre Nebelschleier durch das Zimmer. Der Blick durchs Fenster hinaus ins Freie offenbart einen Feldweg, der in einem schaurigen nächtlichen Wald verschwindet. Nichts erscheint fest und sicher, alles steht auf schwankendem Grund. Und das ist ja auch die...

Impressum Juni 2019

60. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752323

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de



Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)

Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redaktion@opernw...

Vergangenheit, die nicht vergehen darf

Es sei barbarisch, nach Auschwitz noch Gedichte zu schreiben, dozierte einst Theodor W. Adorno. Westdeutsche Intellektuelle haben diesen Satz jahrzehntelang nachgeplappert. Glücklicherweise hielten sich Rose Ausländer, Paul Celan und Nelly Sachs nicht daran. Romanciers und Regisseure sind hingegen meist kläglich gescheitert, wenn sie sich dem Holocaust zuwandten;...