Stählerne Eleganz

San Francisco: Janácek: Die Sache Makropulos

Opernwelt - Logo

Als David Gockley, der Generaldirektor der San Francisco Opera, bei Karita Mattila anfragte, ob sie die Emilia Marty in «Die Sache Makropulos» singen wolle, soll sie nur unter der Bedingung zugesagt haben, dass man Jirí Belohlávek als Dirigenten ans Haus hole. Mattila, so stellte sich heraus, lag gleich in zweifacher Hinsicht richtig: sowohl mit ihrer Entscheidung, die fulminante, höchst anspruchsvolle Partie zu übernehmen, als auch mit ihrem Beharren auf Belohlávek.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit erwies sich als uneingeschränkter Triumph – nicht nur für Mattila, die der Liste ihrer sängerischen und darstellerischen Erfolge eine weitere Rolle hinzufügte, sondern auch für die Kompanie, die sich in den zurückliegenden Spielzeiten recht schwer damit getan hatte, die Versprechen der neuen Leitung einzulösen.

Mit ihren Interpretationen der Titelheldinnen in «Jenufa» und «Katja Kabanova» hat sich Mattila bereits als eine der führenden Janácek-Interpretinnen einen Namen gemacht. Emilia Marty hingegen, jene energiegeladene Opernsängerin, die – Fluch oder Segen? – das Geheimnis ewiger Jugend besitzt, unterscheidet sich doch wesentlich von den unterdrückten, leidgeprüften Heroinen der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Joshua Kosman

Weitere Beiträge
Ein Meister aus Macerata

Von den italienischen Komponisten, die sich im Schatten Verdis zu behaupten versuchten, ist einzig Amilcare Ponchielli im Gedächtnis der Nachwelt geblieben, und auch das nur mit einer einzigen Oper, «La Gioconda». Tüchtige Meister wie Filippo Marchetti, Carlo Coccia und Antonio Cagnoni, lange Zeit nicht einmal mehr dem Namen nach bekannt, sind erst in jüngster Zeit...

Gemogelt wird nicht

Der erste Eindruck, der sich im Verlauf der ungeheuerlichen, mit paramusikalischen Klängen unterlegten Sturmszene einstellt: dass der 82-jährige Colin Davis im Dezember 2009 mit dem London Symphony Orchestra wohl – gefühlte Zeit – die «schnellste» Aufführung von Verdis «Otello» geleitet hat. Sie hat einen ähnlichen rhythmischen Drive wie die legendäre Aufführung...

Bunte Höllenfahrt

Dmitri Schostakowitschs Frühwerk «Die Nase» – eine Oper nur für große Häuser? Der 1930 uraufgeführte Dreiakter vereint mehr als 80 (meist kurze) Solorollen und bis zu zehn Schlagzeuger im Graben. «Die Nase» ist eine jener Orchideen im Spielplan, die bei ihrem seltenen Erblühen von Kritik und Publikum meist das Siegel «Warum spielt man das nicht öfter?» erhalten....