Ohne Verfallsdatum
Das diskografische Erbe des Tenors Peter Anders, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode noch ungebrochener Popularität erfreut, ist beeindruckend: Rund fünfhundert Aufnahmen, die Rundfunkproduktionen mitgerechnet, sind erhalten, ein großer Teil davon wurde auf CD recycelt. Neues zu entdecken gibt es bei diesem Sänger also kaum, aber das Wiederhören des Bekannten bestätigt immer wieder die Frische seiner Interpretationen, die einige stilistische Paradigmenwechsel überdauert haben.
Mit fünfundzwanzig Jahren erhielt Anders bei Telefunken seinen ersten Plattenvertrag, nach dem Kriege arbeitete er erst für Electrola, dann für Deutsche Grammophon, dazwischen war er in großem Umfang für den Reichsrundfunk tätig. Berlin Classics hat den 100. Geburtstag des Tenors am 1. Juli zum Anlass genommen, einige bereits früher als CD veröffentlichte Aufnahmen dieser «mittleren» Periode in digitaler Überarbeitung in einer Dreier-Box zusammenzufassen. Sie vermitteln ein facettenreiches und durchaus nicht einheitliches Bild seiner stimmlichen Möglichkeiten und seiner Gestaltungskunst.
Im Mittelpunkt der Kollektion steht das deutsche Kunstlied, wobei eine ganze CD Franz Schubert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Damit hatte niemand gerechnet: Der Streit um den Umbau der Deutschen Staatsoper in Berlin hat sich zu einer gesamtdeutschen Staatsaffäre ausgewachsen, und die ganze (Feuilleton-)Republik redet mit. Seit die Ergebnisse des von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobten Wettbewerbs um die Sanierung der maroden Lindenoper Anfang Juni vorgestellt...
Seine Schwäche fürs erotische Intermezzo hat «Il turco in Italia» wenig genützt. Rossinis Oper über den Seitensprung wurde zumindest in Berlin seit Ewigkeiten nicht aufgeführt. Man muss das Stück leicht nehmen können. Dass der stets eilige Rossini «Il turco» 1814 nicht allein, sondern mit fremder Hilfe vollendete (bei den Rezitativen und beim Schluss), tat ein...
München leuchtete, wie Thomas Mann mit süffisanter Euphorie notierte, oder zumindest: die Münchner Opernwelt, die seit jeher den Glanz liebt und den historischen Reichtum bewirtschaftet. Zwei stattliche Premieren der Bayerischen Staatsoper setzten im Zehn-Tage-Abstand charakteristische Akzente. Wobei insbesondere die Eröffnung der Münchner Opernfestspiele – der...
