Wiederentdeckung des Jahres
Mieczyslaw Weinberg war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Dennoch blieb er überall heimatlos. Durch seine Musik dokumentierte er den Genozid der europäischen Juden. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte seine Musik keine Chance. Bis sie jetzt von den Bregenzer Festspielen wiederentdeckt wurde.
Im Zentrum des Weinberg-Programms stand die szenische Erstaufführung der Auschwitz-Oper «Die Passagierin». Ein Stück, das ins Mark trifft. Ergreifendes, großartiges, überwältigendes Musiktheater. Trauerarbeit eines Verkannten, der seine Familie im Holocaust verlor.
In dieser Oper «gibt es keine einzige ‹leere›, gleichgültige Note», schrieb Schostakowitsch in einem Vorwort zum Klavierauszug. Erst fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Vollendung und fünfzehn Jahre nach Weinbergs Tod beginnen wir die Schönheit und Größe dieser Musik zu begreifen: die «Wiederentdeckung des Jahres».
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 32
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