Die Frauen gehen in Führung
Eine italienische Villa, halb alt, halb neu. Ein Maskenball, bei dem sich nur die Hälfte der Gäste à la Watteau verkleidet hat. So wie auch dessen Gemälde in der Halle unvollendet ist und die Gastgeberin sich ausgerechnet das Pierrotkleid von dessen «Gilles» ausgesucht hat, der sonst melancholisch im Louvre trauert.
Michael Haneke, Europas gegenwärtig berühmtester und meistdekorierter Filmregisseur, hat seine zweite Mozart-Oper inszeniert. Die erste war «Don Giovanni» an der Pariser Opéra, als Manager-Melodram angesiedelt in der Bürolichttristesse von Nanterre.
Sieben Jahre später ist Haneke für «Così fan tutte» Gerard Mortier ans Teatro Real in Madrid gefolgt. Wieder gibt er sich realistisch, lässt aber doch Rätsel offen. Sind die Personen in den altertümlichen Roben wirklich Charaktere des 20. Jahrhunderts, oder sind sie einfach nur zu den vier jungen Leuten hereingeweht worden, die sich hier auf ein Liebesexperiment einlassen, von dem offenbar alle wissen? Haneke scheint sich nicht so sehr für die Umstände zu interessieren, die lässt er bewusst im Ungefähren, als für das, was aus der fatalen Wette entsteht. Don Alfonso ist hier übrigens, so will es Haneke, mit Despina (der Dame ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Manuel Brug
Wir singen und wir spielen – soweit das möglich ist», kann man im Foyer des Karlsruher Staatstheaters lesen. Ein Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di, der die Bühnenmitarbeiter des Hauses betraf, hatte die szenische Premiere der Händelfestspiele Karlsruhe kurzfristig undurchführbar gemacht. Am Ende wurde im vollbesetzten Opernhaus trotzdem gejubelt. Der Applaus galt...
In den letzten Jahren haben sich Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites» auf den deutschen Bühnen zu einem echten Repertoirestück entwickelt, was nicht nur an der Bühnenwirksamkeit des Sujets, sondern auch an einer Musik liegt, die dem Orchester gleichermaßen illustrative wie kontemplative Funktionen zuweist und in den Gesangsparts völlig dem Prinzip der...
Vor einigen Jahren brachte Bryn Terfel ein Album heraus, in dem er seine Interpretation einiger «Bad Boys» der Oper vorstellte. Von Opernschurken par excellence wie Scarpia, Mephisto und Jago sind die «Bad Guys», die der spanische Countertenor Xavier Sabata für ein gleichnamiges erstes Soloalbum aus Opern Händels zusammengestellt hat, denkbar weit entfernt....
