Medienspektakel
Es ist ein ganz eigenes Theatererlebnis, das dem Besucher zur Eröffnung der ersten Spielzeit unter dem neuen Intendanten Michael Börgerding im Großen Haus am Goetheplatz beschert wird: Man geht in die Oper – und ist mitten drin im Geschehen um den Niedergang der verkommenen «Netzestadt» Mahagonny. Benedikt von Peter, der in Bremen jetzt als Künstlerischer Leiter des Musiktheaters und Hausregisseur fungiert, lässt nicht nur die Bühne, sondern nahezu das gesamte Theater bespielen.
Der erste Teil der Oper konzentriert sich auf das Rangfoyer und gleicht einem Medienspektakel.
Die Sänger agieren inmitten des Publikums, wobei das Geschehen auf zahlreiche Video-Leinwände übertragen wird, begleitet vom überlaut aus den Lautsprechern schallenden Ton des Orchesters. Schrille Bilder stürzen auf den Zuschauer ein, ins Grelle verzerrte Töne, hämmernde Rhythmen. Man schenkt Sekt der Marke «Mahagonny» aus, Go-Go-Girls und -Boys animieren das Publikum zum Tanzen, später auch zu anderen, manchmal etwas albern wirkenden Mitmach-Aktionen. Kurz: Es entsteht eine Art gehobene Disko-Atmosphäre, die die Zuschauer zwar in gute Stimmung versetzt, bei der aber die musikalischen Belange des Stücks letztlich ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhart Asche
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Viele Aufführungen von Claude Debussys «Pelléas et Mélisande» gab es nicht im Jahr seines 150. Geburtstags. Dafür jetzt zwei gewichtige Premieren des Rätselstücks in Essen und Frankfurt am Main (Foto). Beide waren exzellent besetzt. Die Bühnenästhetik könnte unterschiedlicher kaum sein. Ein Vergleich.
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