Donizetti: La Favorite

Zürich

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Nicht «Spirto gentil», sondern «Ange si pur»: Der junge Klosterbruder, den die Liebe erwischte, lässt sich nun auch in Zürich auf Französisch vernehmen. Es spricht sich mehr und mehr herum, dass Gaetano Donizettis «Favoritin» sich in der Pariser Urfassung wesentlich genauer den Worten anschmiegt als in der mit links erstellten späteren italienischen Version. «La Favorite» also. Fabio Sartori war jener Fernand, der Léonor, der Mätresse des kastilischen Königs, das Weihwasser reicht und dabei ihre Hand berührt: bis ganz oben fülliger und runder Tenor­glanz.

Und Vesselina Kasarova entwi­ckelte wie schon in der Münchner Viotti-Aufnahme mit hell und weich strömendem Mezzosopran die notwendigen Primadonnenqualitäten. Leuchtende Aufschwünge paaren sich mit Orgeltiefen. Dennoch ist Carlo Colombaras Prior Balthazar der Einzige, der wirklich exakt deklamiert: eine Stimmautorität mit Boris-Christoff-Bass. Roberto Servile fiel dagegen mit zu stumpfem und auch nicht hinreichend differenzierendem Bariton ab.
Am Pult, erstmals auf dem Belcanto-Terrain, Marc Minkowski: eine dramatisch hochgeputschte, mitunter fast schon überstürzte Wiedergabe, die vor allem das Drängende, die glühenden Emotionen ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 51
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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