Tierisch drauf

Das Luzerner Theater hebt Johannes Maria Stauds zweite Oper «Die Antilope» aus der Taufe

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Der österreichische Komponist Johannes Maria Staud war im Sommer dieses Jahres einer von zwei composers in residence des Lucerne Festivals. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, nahm dies zum Anlass, einen schon früher erteilten, bisher aber noch nicht realisierten Auftrag zu erneuern. Im September endlich wurde Stauds Oper «Die Antilope» an dem kleinen Haus uraufgeführt, in Koproduktion mit dem Lucerne Festival und der Oper Köln.

Das Libretto stammt wie das von Stauds Opernerstling «Berenice» von dem mehrfach preisgekrönten Lyriker und Essayisten Durs Grünbein.

Im Zentrum des Textes steht der Aussteiger Victor. Bei einer Firmenparty springt er aus dem Fenster. Wie durch ein Wunder dem Tod entronnen, begegnet er in der Folge verschiedenen Menschen – alle ebenso unglücklich wie er selbst. Seine Sehnsucht nach einem freien Leben versinnbildlicht das Bild der Antilope, die von Afrika träumt. Doch am Schluss holt die Firmenrealität Victor wieder ein.

Ein Stationendrama mit bissigem Humor, das Stauds Stil-Pluralismus sehr entgegenkommt. Er ist ein Eklektiker – als Bühnendramatiker ein ­Antipode Olga Neuwirths und ein Verwandter Detlev Glanerts. Wenn die Firmenmitglieder mit ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Thomas Schacher

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