Sänger des Jahres
Er ist ein Theatertier. Er strotzt vor Spielfreude und vokaler Kraft. Vor sechs Jahren hat Michael Volle in unserer Umfrage schon einmal Spitzenwerte erzielt. Damals für seine Onegin-Einsichten, als Henze-Interpret und vor allem als Beckmesser in Bayreuth. Von Hans Sachs hat er seinerzeit noch geträumt. Inzwischen gehört auch diese Partie zum kontinuierlich wachsenden Repertoire des Baritons. Mit seinem fulminanten Porträt in Stefan Herheims Salzburger «Meistersinger»-Inszenierung hat der 54-Jährige abermals seine Qualität als Wagner-Interpret bewiesen.
Auch mit Verdi, Bizet, Strauss und Rossini stand der «Sänger des Jahres» während der vergangenen Spielzeit auf der Bühne – ein ewig Neugieriger.
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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Sänger des Jahres, Seite 33
von
Hatten Sie die Rolle der Zdenka vor Salzburg überhaupt auf dem Radar?
Nein, gar nicht. Man ist ja als lyrische Sopranistin naturgemäß auf Mozart fokussiert, auf Susanna oder Pamina. Ich wurde zu einem Vorsingen bei Christian Thielemann in Dresden eingeladen, das war noch zu meiner Zeit im Münchner Opernstudio. Da ich nichts von Strauss im Repertoire hatte, er aber...
Wann hören wir endlich eine Arie?», soll Faustina Bordoni, eine der großen Primadonnen des 18. Jahrhunderts und Ehefrau des Komponisten Johann Adolph Hasse, voller Ungeduld eine halbe Stunde nach Beginn der Vorstellung einer französischen Oper gefragt haben. Die von Charles Burney überlieferte Anekdote wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Wirkung der...
Dass die «Elektra» in Aix-en-Provence, Patrice Chéreaus letzte Regie-Arbeit, eine bezwingend genaue, hochemotionale theatralische Erzählung wurde, war nicht zuletzt ihr Verdienst: Evelyn Herlitzius zoomte die inneren Verheerungen der Figur grandios an das Publikum heran – ein wildes, gehetztes Menschenbühnentier mit böse lodernden, bitterschönen Tönen. Am Pult...
