Das Ende der Kleopatra
Die Figur der Kleopatra ist nicht nur Kino-, sondern auch Theatergängern geläufig, vor allem durch Shakespeares «Antony and Cleopatra». Daran, dass auch Jules Massenet, der Großmeister der französischen Oper des Fin de Siècle, ein Bühnenwerk über die ägyptische Königin (69–30 v. Chr.) geschrieben hat, dürften sich allerdings selbst Experten bis vor Kurzem kaum erinnert haben. Auch Werke, die einst als bedeutend gefeiert wurden, können so gut wie spurlos aus der Rezeptionsgeschichte verschwinden.
Uraufgeführt wurde «Cléopâtre» zwei Jahre nach Massenets Tod: 1914 in Monte Carlo, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, den die Grand Opéra als Gattung nicht überlebte. Jetzt kehrte dieses Schlussstück der mehr als drei Dutzend Opernwerke Massenets auf die Bühne zurück. In Marseille, einer der Kulturhauptstädte Europas, wurde es unter der umsichtigen musikalischen Leitung von Lawrence Foster aus der Versenkung geholt – streckenweise etwas steifledern und mit nicht besonders sinnlich-exzessiv wirkendem Klangresultat. Es ging in erster Linie um die Erfüllung eines an Marseille ergangenen Kulturauftrags: Man sollte sich um die afrikanische «Gegenküste» und deren Themen kümmern.
Das Libretto ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Frieder Reininghaus
Heute kommt Stefano Pavesi (1779-1850) in Opernführern nur noch als Fußnote vor, doch zu seiner Zeit war er ein viel gespielter Komponist. Sein dramma giocoso «Ser Marcantonio» erlebte nach der erfolgreichen Uraufführung im Herbst 1810 an der Mailänder Scala bereits in der ersten Spielzeit 54 Vorstellungen, in den folgenden 20 Jahren gab es über 50 verschiedene...
Dass Senta die eigentliche Hauptfigur im «Fliegenden Holländer» und dieser nichts anderes als eine Projektion von ihr ist, lässt sich aus Text und Musik dieser romantischen Oper ohne Umwege begründen, und es bietet sich als Ausgangspunkt für eine Interpretation aus heutiger Sicht geradezu an. Florentine Kleppers Einfall, die Geschichte in sich überlagernden...
Herr Pisaroni, Ihre Popularität in Deutschland ist nicht so hoch wie die von Ildebrando d’Arcangelo oder Erwin Schrott. Braucht man immer noch CDs, um berühmt zu werden?
Sieht fast so aus. Jonas Kaufmann hat mir einmal gesagt: «Mich gibt es doch schon so viele Jahre! Jetzt plötzlich erst geht es los.» Das lag an seinen CDs, mit denen er spät angefangen hat. Dass ich...
