Reiz der Nische
In den achtziger Jahren begann das italienische Label Nuova Era den auf dem Opernsektor etwas festgefahrenen Schallplattenmarkt durch Ausgrabungen oft entlegener Werke vor allem aus der Ära des Belcanto aufzumischen. Der Reiz der Neuheit musste bei diesen Publikationen oft beträchtliche klangtechnische und auch künstlerische Defizite aufwiegen. Sobald der Sammlerehrgeiz befriedigt war, verschwanden die Aufnahmen wieder aus dem Angebot. Zwanzig Jahre später erleben einige Titel bei einem neuen deutschen Vertrieb eine preisgünstige und handliche Neuauflage.
Im Booklet sind die Libretti zwar nur auf Italienisch abgedruckt, die seriösen Werkeinführungen aber auch auf Deutsch.
Mit «La pietra del paragone» (Der Prüfstein, 1812) stieß der 20-jährige Rossini die Tür zur Trias seiner komischen Meisterwerke («Italiana», «Barbiere», «Cenerentola») auf. Im Libretto Luigi Romanellis verbindet sich der Verkleidungsmummenschanz der neapolitanischen Opera buffa mit der psychologisierenden Charakterkomik der Goldoni-Komödien, die Partitur nimmt von der Gewittermusik bis zu den virtuosen Verwirrungsensembles die späteren Opern vorweg. Die Live-Aufnahme aus Modena ist allerdings nicht immer auf ...
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In der stattlichen Diskografie von Puccinis «Madama Butterfly» nehmen die Produktionen der EMI vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria...
Kein Zufall, dass die Opernhäuser einen Bogen machen um Manuel de Fallas knapp über einstündigen Zweiakter «La vida breve» von 1905. Immerhin könnte man ihn als eine Art spanische Nationaloper bezeichnen – mangels sonstiger Masse: De Fallas monumental konzipiertes Spätwerk «Atlántida» blieb unvollendet und in (von Ernesto Halffter) unbefriedigend komplettiertem...
Eines der markanten Merkmale des Mannheimer Nationaltheaters sind die Logenbalkons aus rohem Sichtbeton, die im Laufe der Jahre schmuddelig und dunkel geworden sind. Ob sich Regisseurin Monique Wagemakers und Bühnenbildner Thomas Rupert für ihre Deutung der «Ariadne auf Naxos» von dieser Architektur haben inspirieren lassen, sei dahingestellt. Wenn der Vorhang...
