Pomp & Surprise

New York, Puccini: Il trittico, Gluck: Orfeo ed Euridice

Opernwelt - Logo

Große Stimmen und prunkvolle Ausstattung haben an der Met Tradition. Die Neuproduktion von Puccinis «Il trittico», die zehnte der dreißig (meist unbedeutenden) Uraufführungen an dem New Yorker Haus, stellt alles bislang Dagewesene in den Schatten – selbst Zeffirellis pompöse «Turandot». Der erstmals vom Broadway an die Met engagierte Designer Douglas W.

Schmidt hat für jeden der drei Einakter ein Bühnenbild von kolossalen Dimensionen gebaut: Das proletarische Ambiente in «Il tabarro» mit einer Brücke, die die ganze Bühne überspannt, der gefängnisartige Konvent in «Suor Angelica» und das überladene Schlafzimmer in «Gianni Schicchi» lösten spontanen Szenenapplaus aus. Und als sei es damit nicht genug, beschließen die beiden jungen Liebenden «Gianni Schicchi» in den Boboli Gärten, im Hintergrund leuchtet ein riesiges Florenz-Panorama. Überwältigung statt Poesie. Allerdings versteht es Regisseur Jack O’Brien, ein weiterer Broadway-Veteran, die Handlung sensibel und differenziert zu strukturieren. «Suor Angelica» ist dabei in den dreißiger, «Gianni Schicchi» in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt, doch bleibt dieser Transfer ohne nennenswerte Folgen.
Glücklicher ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Matthew Gurewitsch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Weg ist das Ziel

Das Beste am Christentum sei, dass es Ketzer hervorgebracht habe, bemerkte der Philosoph Ernst Bloch einmal. Ob José Maria Sánchez-Verdú die Schriften Blochs kennt, sei hier dahingestellt. Doch eines haben der deutsche Denker, der bis zu seinem Tod 1977 mit Marx- und Engelszungen die Utopie einer im Diesseits erlösten Welt predigte, und der 1968 geborene spanische...

«Ich habe singen gelernt, um Schauspielerin zu werden.»

Frau Valayre, bevor Sie Sängerin geworden sind, haben Sie Anglo-Amerikanisitk studiert und an einer Dissertation über die amerikanische Filmkomödie gearbeitet. Haben Sie die fertiggestellt?
Ja, sicher. 250 Seiten! Über den Einfluss der amerikanischen Leinwandheldinnen auf die amerikanischen Frauen zwischen 1930 und 1955.

Also Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn.
J...

Werktreue als Alibi und Herausforderung

Dass eine Frau im Rentenalter ihre Jungfräulichkeit mit Zähnen und Klauen verteidigt und dabei jede Menge Männer über die Klinge springen lässt, wäre ein reizvolles Sujet für einen psychologischen Kino-Thriller, es ist aber nicht unbedingt das Thema von Puccinis «Turandot». Die überreife Prinzessin, die Luana DeVol in Barcelona zum Bes­ten gibt, klingt dabei noch...