Vier Tenöre, viele Ziegen
Es ist geschafft. Die Festspiele in Pesaro haben alle 38 überlieferten Rossini-Opern vorgestellt – die 1813 für die Mailänder Scala komponierte Seria «Aureliano in Palmira» war die letzte (sieht man von dem Pasticcio «Eduardo e Cristina» ab). Die Wiederentdeckung dieses Œuvres für die Bühne ging nicht nur mit der Herkulesaufgabe einer historisch-kritischen Edition einher, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Von dem Städtchen an der Adria aus eroberten auch viele dieser weitgehend vergessenen, oft aus Unkenntnis übel beleumundeten Werke die Theater der Welt.
Pesaro steht für eine Rossini-Renaissance. Eine Neubewertung des Komponisten, die nicht nur Musikologenplaisier blieb, sondern auch massiv in die Repertoirepraxis ausstrahlt.
Das nicht zuletzt deshalb, weil das Festival stilbildend für den Umgang mit Belcanto-Repertoire wirkte. Zunächst versammelte man hier die (meistenteils amerikanischen) Vokalmeister des Ziergesangs, später gab die von Alberto Zedda geleitete Rossini-Akademie jungen Sängern den letzten Schliff. Karrieren wie die von Juan Diego Flórez, Joyce DiDonato, Olga Peretyatko, Antonino Siragusa oder Michael Spyres nahmen hier ihren Anfang. So sind wir heute in der ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Manuel Brug
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Allem Verfallsgejammer zum Trotz – worin sich in den letzten Jahren besonders Thomas Quasthoff gefiel – ist das Lied in Deutschland vital geblieben. Den Tenor Daniel Behle kann man schon jetzt, im Jahr seines 40. Geburtstags, zu den Großen des Fachs zählen. Seine Lied-CDs waren bislang vorzüglich; die Richard-Strauss-Platte von 2012 mit dem Pianisten Oliver...
Manon in Muscat
Wer hätte das gedacht: Eine zehn Jahre alte «Manon Lescaut» der Deutschen Oper Berlin reist für zwei Abende in den Oman. Mehr als 200 Mitarbeiter werden sich vor Ort um die Wiederbelebung kümmern. Ein klassikbegeisterter Sultan und eine deutsche Intendantin machen’s möglich.
Giacomo Meyerbeer
Steht das Werk des lange Verschmähten vor einer...
