Strauss: Elektra

Freiburg

Opernwelt - Logo

Wohnst du noch oder stirbst du schon? Schwedenmöbel und der Atriden-Clan  – das will so scheinbar gar nicht zusammenpassen. Trotzdem sieht’s bei Calixto Bieitos Auseinandersetzung mit dem «Elektra»-Stoff in der Hofmannsthal-Strauss’schen Version auf der Drehbühne des Theaters Freiburg aus wie in den Ausstellungsräumen eines Möbeldiscounters.

Hübsch hässlich haben es sich die Mörder Klytämnestra und Ägisth auf einigen hundert Quadratmetern transparenter Ausstellungsfläche (Ausstattung: Rifail Ajdarpasic, Ariane Isabell Unfried) eingerichtet, umgeben von Billigküche, Polsterecken und unzähligen Lampen unterschiedlichster Form.
Lampen – Elektrizität – Elektra: Sollte es sich gar um ein Assoziationsgeflecht des von manchen Operngängern so gefürchteten katalanischen Regisseurs handeln? Bieitos Auseinandersetzung mit diesem Freud’schen Opernstoff ist weder harmlos noch spaßig und vor allem nicht skandalös. Trotz aller Aktualisierung und Negation des antiken Mythos klebt die Regie peinlich genau am Libretto, von Elektras Hundehüttenbehausung bis zur quasi rituellen Waschung und dem (von Elektra und Klytämnestra besungenen) antizipierten Blutbad. Die Inszenierung bewegt sich souverän ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2007
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 56
von Alexander Dick

Vergriffen
Weitere Beiträge
Pariser (Opern)Leben

Der mächtigste Mann im größten Opern­betrieb der Welt schmunzelt süffisant. Er habe sieben Gewerkschaften, lässt er uns während der Pause in einer Bühnengasse der Opera Bastille wissen. Fast klingt es, als spräche er von sieben Liebhabern. Und als sei alles ganz normal, nämlich so, wie es mit Liebhabern eben ist: Für die meisten bleibt Nehmen seliger als Geben;...

Reigen

Fast siebzig Jahre hatte es nach der Züricher Urauffüh­rung gedauert, bis Alban Bergs «Lulu» 1986 erstmals in Regensburg zu erleben war. Wiederum einundzwanzig Jahre später kam jetzt die zweite Inszenierung heraus. Intendant Ernö Weil realisierte die zweiaktige Fassung in der stimmigen Ausstattung von Daniel Dvorák, besetzt mit hauseigenen Kräften. Dass die...

Die alte Operette lebt

Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...