Oper für alle
Erinnern wir uns. Vor Jahren war es, da kreierte ein japanischer Autokonzern einen Werbe-Slogan, der, kaum war er in der Welt, allerorten reichlich zitiert wurde, weil er sich im Grunde auf fast jeden Lebensbereich anwenden ließ: Nichts ist unmöglich. Die Moderne nach der Postmoderne hat diese «Erkenntnis» längst verinnerlicht – allerdings mehr in technischer als in ästhetischer Hinsicht, wie es scheint. Und auch die Sphäre der Oper ist von dieser Beschleunigung der Vorgänge, die zusammengeht mit der Verbreitung von Ereignissen, nicht unangetastet geblieben.
Vorreiter der Entwicklung ist nicht erst seit gestern die New Yorker Metropolitan Opera, die sich unter General Manager Peter Gelb intensiv darum bemüht, ihre Produktionen global zugänglich zu machen.
Und so erstaunt es wenig, dass auch die neueste Meldung aus Manhattan kommt: Seit Ende Oktober offeriert die Met einen neuen Subskriptionsservice, der ein weltweites Publikum erreichen soll. Einhundertzwanzig historische Aufnahmen sowie fünfzig Opernproduktionen des Musentempels sind – für einen monatlichen Obolus von fünfzehn Dollar – als Videoaufnahmen verfügbar, sämtlich im sogenannten HD-Format. HD, hierzulande ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Musik ist alles, was nicht nur Gymnastik ist.» Das Bonmot des Wiener Komponisten und Pianisten Otto M. Zykan mag zunächst nur flapsig klingen, verweist aber auf einen Definitionsnotstand. Denn schon darüber, was überhaupt «Musik» sei, gibt es erhebliche Meinungsdiskrepanzen. Zwischen Mahlers «Sinfonie der Tausend» und John Cages stummem Dreisätzer «4.33» liegen in...
Noch ist Joachim Schlömer hauptamtlich Kurator von pvc Tanz Freiburg Heidelberg. Aber als Opern- und Schauspielregisseur hat er das Bloß-Choreografieren längst hinter sich gelassen, und deshalb braucht es einen nicht zu wundern, wenn die «Entführung aus dem Serail» Genregrenzen ignoriert und sich am Schluss als ein faszinierendes Forschungsprojekt erweist. Als...
Diesem Gott darf man nicht trauen: Keine Heilsgestalt, sondern heimtückischer Anführer einer Sex-Sekte ist der Dionysos, der im bedrückten Theben auftaucht. Und der verheißungsvoll morgendämmernde Schluss von Hans Werner Henzes «Bassariden», seinem wohl bedeutendsten Bühnenwerk, markiert nichts anderes als den Wechsel von politischer Instabilität zur Grabesruhe...
