Mesalliancen und ein neuer Impuls
Als es vor sieben Jahren darum ging, für die Salzburger Festspiele einen Nachfolger für den Künstlerischen Direktor Gerard Mortier zu finden, war sich das zuständige Kuratorium einig, dass die von Mortier und seinem Konzert- und Finanzreferenten Hans Landesmann initiierte Modernisierung des Festival-Programms fortgesetzt werden sollte.
Auf diese Übereinstimmung folgte mit der Berufung Peter Ruzickas gleichsam der logische Schritt: Ruzicka ist Komponist und Dirigent, hatte zusammen mit Gerd Albrecht die Hamburgische Staatsoper künstlerisch und finanziell zu einem neuen Höhenflug geführt, außerdem war (und ist) Ruzicka als Nachfolger von Hans Werner Henze seit längerem inspirierender Leiter der Münchener Musiktheater-Biennale.
Für Salzburg schien alles perfekt: der neue Intendant – sowohl Künstler als auch perfekter Organisator – eines großen künstlerischen Apparats. Bald zeichneten sich aber auch Schattenseiten ab. Denn Ruzicka ist andererseits kaum das, was man einen Intendanten-Vater nennt. Seine häufige Abwesenheit an der Salzach, oft noch bis in den sommerlichen Probenbeginn hinein, verstimmte salzburgische Honoratioren, Politiker und schließlich auch das Kuratorium. Als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Werk hat es, ohne Wenn und Aber, verdient, aufgeführt zu werden, nach doch recht langer Zeit der ungerechten Behandlung. 1920 unter dem Titel «Die Vögel» (nach der gleichnamigen Komödie des Aristophanes) in der Musikwelt erschienen, wurde Walter Braunfels‘ spätromantische Allegorie auf die Möglichkeiten einer besseren, humaneren Welt nach nur wenigen...
Der Ruhm des französischen Komponisten Henri Duparc beruht – ein einzigartiger Fall in der Geschichte der Musik – auf vierzehn Liedern. Die eindringlichste Aufnahme dieser Mélodies hat Léopold Simoneau hinterlassen. Eine davon trägt den Titel «Élégie». Es ist eine Totenklage. Der erste Vers lautet: «Oh! ne murmurez-pas son nom! qu’il dorme dans l’ombre.» («Oh,...
Es gab eine Zeit, da waren seine Licht-Zeremonien hilfreiche Antidote zur krampfhaft aktualisierenden, politisierenden, sich in Realismus verheddernden Opernbühne. Bei «Pelléas et Mélisande» und beim «Parsifal» klappte das besser als beim «Ring» oder bei «Aida». Doch Robert Wilsons Ästhetik hat sich überlebt. Das liegt, soweit es die Oper betrifft, vor allem daran,...
