Beziehungsreich
Einen ausgewiesenen Bezug zur Opernbühne haben die drei Werke in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht. Auch lassen sie sich kaum ohne Weiteres thematisch aufeinander beziehen. Dennoch fügen sich Arnold Schönbergs «Pierrot lunaire», Kurt Weills «Mahagonny-Songspiel» und seine «Sieben Todsünden» in dieser außergewöhnlichen Inszenierung zu einem schlüssigen Tableau.
Grund dafür sind zum einen die zugrunde liegenden Texte und die (in zwei Fällen handlungsfreien) Vertonungen, die einst provozierten; andererseits jene varietéartige Gestalt, in der Avantgarde, Dadaismus und Surrealismus einander durchdringen, Abstraktion, Tiefgründigkeit und Ironie ergänzen und brechen. Sucht man darüber hinaus nach musikalisch verbindenden Elementen, so wäre dies wohl die «gesungene» Sprechstimme – zumal beim «Pierrot», aber auch in «Mahagonny» sowie in der Gestalt der Anna in den «Todsünden». Szenisch verknüpft und gedeutet werden die drei Stücke darüber hinaus durch das (aus den Weill’schen «Todsünden» übernommene) choreografische Element, das sich im «Pierrot» überraschend als Bereicherung herausstellt.
Weitere Bezüge eröffnen sich textlich: wenn etwa der «grüne Mond von Alabama» sein Licht auf das ...
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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Michael Kube
Das Lamento ist beinahe so alt wie die Kunstform selbst. Die Oper, heißt es, sei auf dem besten Wege, sich selbst abzuschaffen. Verstaubt, verzopft, verkrustet, zu sehr dem Kanon weniger Werke verhaftet. Diese Diagnose stellt neuerlich auch der Musikwissenschaftler Jörn Peter Hiekel in dem gemeinsam mit David Roesner herausgegebenen Buch «Gegenwart und Zukunft des...
Sergej Prokofjew hat seinen «Feurigen Engel» nie zu sehen bekommen. Als er 1923 in Bayern, frisch beeindruckt vom Passionsspiel Oberammergau, der Oper den letzten Schliff verpasste, fragte ihn Wladimir Mjaskowski besorgt, ob die Sache «nicht irgendwie zu religiös» sei. Prokofjew verneinte und hob die «orgiastische Finsternis» des Werkes hervor, was auch nicht...
In letzter Zeit bin ich richtig gut drauf. So gut, dass sich meine Familie und Freunde schon ein bisschen wundern. Wahrscheinlich hatten sie damit gerechnet, dass mein Sechzigster mich vollends zum Griesgram machen würde. Aber ich habe sie angenehm überrascht. Doch am Alter liegt’s nicht. Meine Fröhlichkeit rührt daher, dass ich auf Tournee bin.
Nun ist das...
