Komisch mit Contenance
Auf seinen Humor können sich alle einigen. Auf seine Pointen ist Verlass. Damals, als er die reizenden Wesen mit den Knollennasen in die Welt setzte, wie heute, da er sich,
87-jährig, längst zurückgezogen hat und als Legende seiner selbst vermarktet wird. Ein vornehmer Spaßmacher und sanfter Spötter. Ein weltweiser Beobachter des absurden Alltags, immer freundlich, immer kultiviert. Kaum zu glauben, dass dieser Meister gepflegter Heiterkeit aus dem vermeintlich bierernsten Preußen, aus Brandenburg an der Havel, stammt.
Sein Witz tritt niemandem auf die Füße, selbst wenn er die Schwächen, Macken und Unzulänglichkeiten eben jenes deutschen Michels aufspießt, der ihn als Inbegriff des Komischen verehrt. Denn seine Kunst – ob als Karikaturist, TV-Entertainer, Schauspieler oder Moderator –, besteht darin, dem biederen Durchschnittsbürger den Spiegel vorzuhalten, ohne ihn vorzuführen.
Im Rentner Erwin Lindemann, der dem Fernsehen erzählt, was er mit seinem Lottogewinn anstellen will, und sich dabei vor Aufregung heillos verhaspelt («... und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal...») erkannte sich die schweigende Mehrheit. Über die ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/DVD, Seite 26
von Albrecht Thiemann
Seine Kollegen in Essen, Hamburg oder Stuttgart dürften den Frankfurter Intendanten Bernd Loebe beneiden. Während sie selbst sich seit Jahr und Tag mit bescheidenen fünf (Essen sogar nur mit vier) Neuproduktionen pro Spielzeit zufrieden geben müssen, kann Loebe deren elf vorlegen – eine Zahl, aus der die beiden konzertanten Aufführungen in der Alten Oper bereits...
Ein paar Tage vor dem Probenbeginn in München war sie spazieren. Unweit von Zürich, in der Nähe ihres Hauses, wo sie noch einmal den Kopf freibekommen wollte für die nächsten Wochen. Da durchfuhr sie ein merkwürdiges, ein überraschendes Gefühl: «Was ist denn das?», habe sie sich gedacht. «Auf einmal freue ich mich richtig auf die ‹Traviata›.» Und irgendwie, so...
Mit Simon Halsey zu sprechen, kann ein Vergnügen sein. «Oh, Sie sind von der ‹Opernwelt›!» Der Besucher hat noch nicht mal seine Jacke abgelegt, da fängt der Leiter des Rundfunkchors Berlin schon von alleine an zu erzählen: Wie Oper ihn seit seinen Anfängen begleitet hat, wie er schon als blutjunges Mitglied im Chor des King's College von Cambridge in Purcells...
