Überschwang und Zwielicht
Die Geschichte vom «Mann am Klavier» hat im 20. Jahrhundert mehrere Wandlungen durchlaufen, letztlich ist es eine Emanzipationsgeschichte. Längst sind die Liedbegleiter aus dem Schatten getreten (gelegentlich aus einem entwürdigenden Dunkel), längst wird die künstlerische Eigenständigkeit ihres Beitrags wahrgenommen, was sich auf der Bühne eher spiegelt als in der Berichterstattung über Liederabende.
Einer der Pianisten, die zu dieser Emanzipierung früh beigetragen haben, ist Günther Weißenborn, dessen Geburtstag sich im Juni zum hundertsten Mal jährte.
Seine kürzlich (teils wieder-, teils erstveröffentlichten) Loewe-Aufnahmen mit Wolfgang Anheisser (EMI) haben gezeigt, über welche Gestaltungskraft er, gerade bei lautmalerischen Passagen, gebot. Weißenborn hatte eine Karriere als Dirigent eingeschlagen, u. a. in Halle und Hamburg, nach dem Krieg in Göttingen, wo er auch die Leitung der Händel-Festspiele übernahm. Tondokumente mit dem Orchesterleiter sind rar, ungleich größer ist die Zahl der Liedaufnahmen, deren Entstehung sich nicht zuletzt der frühen Zusammenarbeit mit Dietrich Fischer-Dieskau verdankt.
Nun liegt ein Mitschnitt von den Schwetzinger Festspielen des Jahres 1963 vor. ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Christoph Vratz
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Schon 1936 wurde mit der Gründung des Palestine Symphony Orchestra der Grundstein für das heutige Israel Philharmonic Orchestra gelegt. Das Konzertangebot in Jerusalem und vor allem Tel Aviv war immer und ist nach wie vor attraktiv. Doch die Oper hatte es nicht leicht. Das lag zunächst an der besonderen Situation des jungen Staates, der Pionier- und...
Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Warum eigentlich die Wiederbelebung erst jetzt? Bei «Medea in Corinto» in St. Gallen (Oktober 2009) und München (Juni 2010) war das so, bei «La Lodoïska» in Ingolstadt (September 2010) und nun auch bei «Amore non soffre opposizioni». Eine Simon-Mayr-Konjunktur mag noch frommer Wunsch sein, die nach dem Komponisten benannte...
