Über alle Gefühle hinweg
Kaum ein Theaterklassiker provoziert so widersprüchliche Gefühle wie Kleists Prinz von Homburg, gleichsam die preußisch-protestantische Neuauflage der altgriechischen Tragödie: Anstelle der Götter gebietet der Kurfürst über Sein oder Nichtsein.
Nachdem er den unbotmäßigen Prinzen durch das Stahlbad lutherischer Selbsterkenntnis geschickt hat, erlässt er ihm in letzter Sekunde die Todesstrafe, nur um ihn erneut als tauglichen Kampfhahn vorzuführen («In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!») – Krieg, Krieg und nochmals Krieg, die Obsession des genial-unseligen Dichters Heinrich von Kleist.
Man begreift beim Hören bald, warum der allem Martialischen abholde Hans Werner Henze sich in die Welt dieses träumend in die Wirklichkeit geschleuderten Prinzen vertiefte. Ihn fesselten dessen Exzentrik, seine schwankende Identität, der jähe Aktionismus eines Passiven, das plötzlich monsterhaft Dreinfahrende eines androgyn Somnambulen. Harfengetränkte Bläserakkorde, ein vibrierender Streicheruntergrund, eine einsame Flötenstimme charakterisieren die Titelfigur. Wenn im zweiten und dritten Akt die Außenwelt den Entrückten einholt, hört man Kriegsfanfaren und Schlachtengetümmel, und wenn sich die ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Hans-Klaus Jungheinrich
arte
1./7.3. – 6.00 Uhr
Arcadi Volodos
aus dem Musikverein Wien. Werke von Schumann und Liszt.
2.2. – 5.10 Uhr (3)
3.3. – 18.00 Uhr (4)
Operngeschichten.
Dokumentationsreihe von
Nicolas Crapanne. 3. La clemenza di Tito. 4. Carmen.
3.3. – 18.30 Uhr
8./19.3. – 6.00 Uhr
Kurt Masur dirigiert
Beethoven, Brahms und Bach. Gewandhausorchester Leipzig und Thomanerchor Leipzig.
Solist...
Sie werden jetzt siebzig, kamen als Dirigent erst spät ins internationale Geschäft und haben nach dem Weg über Halle, Zwickau und Dresden Ihre erste Chefposition in Schwerin gehabt. Die Tendenz geht heute in die andere Richtung: Nicht einmal der Posten des Ersten Kapellmeisters an großen Häusern ist wirklich begehrt. Junge Dirigenten wollen sofort Chefs werden,...
«Es ist doch ein schöner Gedanke – wahrscheinlich statistisch auch nicht völlig absurd –, dass aus zwei Millionen Dollar zwei Millionen neue Noten werden», sinnierte David Pountney jüngst in seinem Blog, voller Freude über ein Geschenk der Getty-Familie. Das finanziert der Welsh National Opera fünf Ur- und Erstaufführungen (im weitesten Sinne) in fünf Jahren,...
