Fallstudie, komödiantisch aufgelockert

Riga: Tschaikowsky: Eugen Onegin

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Larina erwartet Gäste und zwängt sich, assistiert von Filipjewna, in ein viel zu eng gewordenes Kostüm. Ihr Körper vibriert in verzückter Tanzbereitschaft. Später, wenn die Landleute auftreten und ihr huldigen, legt sie eine flotte Sohle aufs Parkett. In der Inszenierung von Andrejs Zagars ist die Gutsbesitzerin eine abgedankte Theaterprinzessin, die auch auf dem Lande ihre Rolle als großstädtische Gesellschaftslöwin mit Aplomb weiterspielt. Die Wärterin ist ihre devote Schwester, die pausenlos um sie – und später auch um Tatjana – herumgluckt und -schusselt.

In Riga wird die behagliche – und meist auch etwas langweilige – Idylle des ersten «Onegin»-Bildes durch ein komödiantisches Furioso aufgemischt, das die beiden fest engagierten Mezzosopranistinnen Kristine Zadovska und Ilona Bagele, die sonst im Hause auch das erste Fach singen, mit darstellerischem Temperament und einer bis in die Fingerspitzen ausgefeilten Körpersprache entfesseln. Tatjana und Olga bleiben fürs Erste noch Randfiguren, erdrückt von der Präsenz und Präpotenz der Mutter.

Die Handlung spielt in einem örtlich undefinierten Heute. Eine bühnenfüllende, mit Kissen vollgestopfte Liegelandschaft, die sich in den ...

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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Ekkehard Pluta

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