Wüst und leer

Peter Konwitschny inszeniert inszeniert in Amsterdam zum ersten Mal Strauss’ «Salome»; am Pult steht Stefan Soltesz

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Irgendwie müssen Stefan Soltesz die Exzesse auf der Bühne des Muziektheaters bekannt vorgekommen sein. Die Gewaltorgien der kaputten Runde, die sich da in einem staubgrauen Bunker ohne Ein- und Auslass zum letzten Ma(h)l versammelt hat, lassen unwillkürlich an jene Endzeittruppe denken, die er vor knapp sechs Jahren vor Augen hatte, als er sich im eigenen Haus durch den Klangrausch der Strauss’schen «Salome»-Partitur schlug.

Damals, im Essener Aalto-Theater, hatte Soltesz penibel darauf geachtet, die von Tilman Knabe aktionistisch in Atem gehaltenen Sängerdarsteller nicht auch noch mit Brechern aus dem Graben zu überschwemmen (siehe OW 3/2004). Bei seinem Gastspiel in Amsterdam sah er am Pult des Nederlands Philharmonisch Orkest die Aufgabe nun abermals – notgedrungen – darin, die ­instrumentalen Kräfte im Zaum zu halten. Denn auch Peter Konwitschny malt in der ­ersten «Salome»-Regie seiner langen Karriere, die zugleich seine erste Neuinszenierung seit zwei Jahren markiert, die Perversitäten am Hof des Herodes mit breiter Quaste aus.
Wenn der blutrote Vorhang zur aufsteigenden cis-moll-Girlande der Soloklarinette zur Seite fährt, sitzen der König und sein Anhang an einer weiß ...

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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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