Totgesagte leben länger

Wie die New York City Opera und die Gotham Chamber Opera mit Raritäten und schrillen Produktionen der Krise trotzen

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Es gibt sie noch in New York, eine Musiktheaterszene jenseits der übermächtigen Met. Auch wenn den kleineren Truppen der Wind im Zuge der Spekulations- und Schuldenkrise scharf ins Gesicht bläst und manchmal der Eindruck entsteht, dass es ums nackte Überleben geht, sorgen sie immer wieder für Überraschungen – mit ungewöhnlichem Repertoire, frischen Stimmen und Inszenierungen, die – ohne immer zu überzeugen –, die Oper mit Hilfe subkultureller Zeichen und Bilder für ein ­urbanes Publikum des 21. Jahrhunderts aufzubereiten suchen.



Vier Produktionen prägten das Frühjahrsprogramm der New York City Opera: zwei britische  Kammerwerke des 20. Jahrhunderts kamen an der Brooklyn Academy of Music heraus, zwei Werke aus dem 19. Jahrhundert gab man im City Center – an jenem Ort also, wo die Truppe 1944 an den Start gegangen war. Die Neuinszenierung von ­Brittens «The Turn of the Screw», ein fester Repertoire-Posten seit 1962, geriet trotz einer soliden Besetzung und der magischen Lichtregie David Weiners insgesamt recht flau. Mit saloppen Einfällen überfrachtet, geradezu billig in der Anmutung, hatte das Ganze den Anstrich einer Broadway-Tingel-Show. Regisseur Sam Buntrock erzählt den Plot als ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von David Shengold

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