Alles Narren
Das 12. Opernfestival Gut Immling stand unter dem Motto «Belcantozauber» – und fand in neuem, leuchtend blauem Gewand statt: Mit Sponsorengeldern wurden Wände und Dach der Theaterscheune isoliert und gestrichen. So ist der Raum zu jeder Jahreszeit wohltemperiert, bei Regen prasselt es weniger laut als bisher. «Nun kann man auch Pianissimo spielen», schwärmt Cornelia von Kerssenbrock, die musikalische Leiterin des Festivals.
Als privat finanziertes Unternehmen mit einem Budget von 1,6 Millionen Euro muss sich Gut Immling nach den Hits des Kanons richten.
Stets eine sichere Wahl, um die rund 16 000 Zuschauer pro Jahr auf den Bauernhof zu locken, ist Verdi. Diesmal standen gleich zwei seiner Opern auf dem Programm.
Den Auftakt machte «Nabucco». Nicola Panzer unterstrich in ihrer enttäuschend konventionell wirkenden Inszenierung mit Farben und Symbolen den Konflikt zwischen zwei Gesellschafts- und Religionssystemen. Ihre an sich lobenswerte Entscheidung, den riesigen Chor viel zu bewegen, führte leider zu schleppenden Auf- und Abgängen. Anton Keremidtchiev in der Titelpartie kompensierte sein eindimensionales Spiel mit strahlender, elegant geführter Stimme. Den größten Applaus des Abends ...
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