Abenteuer moderne Musik

Sir Simon Rattle erklärt auf sieben DVDs die Klangbilder des 20. Jahrhunderts

Opernwelt - Logo

Ein Kommunikationsgenie wie den britischen Dirigenten Simon Rattle hat es in der klassischen Musikhemisphäre wohl seit den Tagen Lenny Bernsteins nicht mehr gegeben. Dass Rattle (nicht erst als Nachfolger Claudio Abbados am Chefpult der Berliner Philharmoniker) zu den Top Ten der stabführenden Zunft aufschoss, ist nicht nur auf sein stets frisch wirkendes musikantisches Temperament zurückzuführen. Sir Simon punktet ebenso mit unprätentiösem Charme, wenn es um die verbale Vermittlung musikalischer Phänomene geht.

Die von ihm in Berlin initiierten und mit leidenschaft­lichem Engagement vorangetriebenen Education-Programme für Kinder und Jugend­liche haben sich als Erfolgsstory erwiesen. Wer den Dirigenten je bei der Probenarbeit mit Laien beobachtet hat, kann vor seiner Fähigkeit, selbst komplett Ahnungslose für die so genannte «klassische» Musik zu begeistern, nur den Hut ziehen.
Wer, wenn nicht Rattle, wäre also berufen, das vom breiten Publikum meist weit­räumig umfahrene Terrain der Moderne für eben dieses Publikum zu erschließen, die Schätze einer Landschaft zu heben, die für viele immer noch Terra incognita ist? Schon vor zehn Jahren nutzte der Mann aus Liverpool das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2006
Rubrik: DVDs, Seite 57
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schillerndes Psychodrama

Henry James’ berühmte Novelle «The Turn of the Screw» hat seit ihrem Erscheinen 1898 nicht nur zahlreiche Dramatisierungen, sondern auch etliche Versuche inspiriert, die rätselhafte Geschichte einer Gouvernante, die in den Bann zweier vermeintlich von Gespenstern – den Wiedergängern ihrer verblichenen Diener – heimgesuchter Kinder gerät, mit cineastischen Mitteln...

Rossini: Der Barbier von Sevilla

Biene Maja auf der Opernbühne: Rund um eine hübsche riesige Blume (Ausstattung: Christian Schmidt) tummelt sich der junge Graf Almavia als verliebte Hummel, die sich vor einer Riege Ameisen (irre komisch und exzellent parlierend: der Männerchor des Gärtnerplatz-Theaters) immer wieder neckisch mit ­einem goldenen Flitterregen bestäubt. Tom Cooley singt ihn mit...

Tenoraler Solitär

Den hundertsten Geburtstag von Anton Dermota (1910-1989) wollte die österreichische Firma Preiser wohl nicht abwarten, um den gro­ßen Tenor zu ehren, der mehr als vier Jahrzehnte lang Star und Stütze des Wiener Staats­opernensembles war. Auch der fünf­undneunzigste erschien als ein gu­ter Anlass, auf drei CDs Opern- und Liedaufnahmen des Sängers zu veröffentlichen,...