Unergötzliches Gemetzel
Gute Nachrichten aus Parma: Nach Jahren programmatisch verordneter Schmalkost ist das Verdi Festival mit dem Schiller-Triptychon seines Namenspatrons und einem «Trovatore» zu einem Format zurückgekehrt, das seinem Ruf als nationales Opernereignis endlich wieder gerecht wird. Unter der Schirmherrschaft des jungen Bürgermeisters Federico Pizzarotti machte eine Neuproduktion von «Don Carlo» den Auftakt.
Achtzehn Jahre lang war diese Oper auf der Bühne des Teatro Regio nicht gespielt worden – ein Versäumnis, das nun dank einer Koproduktion mit dem Genueser Teatro Carlo Felice, dem Lissaboner Teatro São Carlo und der kleinen Ópera de Tenerife nachgeholt wurde.
Als ein Werk der dramatischen Ensembles und großen Chorszenen verlangt «Don Carlo» nach einem homogenen Solistenensemble. Das schwächste Glied in der Kette der sechs Hauptpartien war die Eboli von Marianne Cornetti: Die US-amerikanische Mezzosopranistin stemmte ihre Spitzentöne mit Mühe und sang durchweg mit unschön waberndem Vibrato. Auch darstellerisch fand sie nicht zu nennenswertem Profil – vielmehr agierte sie zuweilen am Rand unfreiwilliger Komik. Anders das jugendliche Liebespaar: Anfangs noch etwas schüchtern, steigerten ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Carlo Vitali
Theaterhäuser gehören schon relativ lange zur Geschichte Australiens – doch dass es Freiluftaufführungen nach europäischem Modell gibt, ist eine Entwicklung neueren Datums, einfach, weil es in der Regel zu heiß ist. In der Premiere von Alan Johns «Sydney Opera House» – der ersten Neuinszenierung dieser «Oper zur Oper» (1995), jetzt auf dem Vorplatz derselben...
Rechts steckt die Dame vom Sicherheitsdienst ihre Nase in den Rucksack eines Studenten. Ein Riesenriechorgan aus Latex. Und links an der Saaltür blitzen von der Schulter des Programmverkäufers goldene Epauletten: Das Einlasspersonal, das die schnatternden Massen durch das baubedingt unübersichtliche Foyer schleust, stimmt schon mal auf Schostakowitschs «Nase» ein.
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Die Reflexe kommen bei manchen schnell. Jaroussky, wunderbar – aber mit Solokantaten von Bach? Welcher deutsche Counter würde sich, beispielsweise, an ein Album mit französischen Vertonungen von Verlaine wagen, wie es Jaroussky so hinreißend gelang? Andererseits: Pourquoi pas? Natürlich hört man, dass Deutsch nicht die Muttersprache des 38-jährigen Sängers...
