Das Orchester spricht
«Farbenfroh, frisch und humorvoll» – diese Charakterisierung klingt ein bisschen nach Werbetext. Ist es in gewisser Weise auch, denn das Zitat stammt aus dem Booklet und bezieht sich auf die Inszenierung des Briten Nigel Lowery, der für eine Koproduktion von Berliner Staatsoper und Innsbrucker Festwochen Haydns «Orlando Paladino» auf die Bühne gebracht hat. Genauso gut könnte es heißen: «zwangskomisch, überdreht, klamauknah».
Unter dem Strich ist diese Aufführung mit ihren gewollten Possierlichkeiten und Munterkeiten nicht schlüssig, auch wenn die punktgenaue Kameraführung manche Regung der Figuren plausibel zu machen versucht.
Sängerisch ist das Niveau höher, wenngleich bei Weitem nicht vollkommen. An der Spitze steht die Differenzierungskunst von Marlis Petersen als Angelica, die mal ihre
lyrischen Fähigkeiten ausspielt, mal mit der erforderlichen Verve überzeugt (vgl. auch OW 7/2009). Neben Tom Randles waldschratigem Orlando ist es vor allem Alexandrina Pendatchanska, die der Alcina Leben einhaucht. Gerade in der Tiefe verfügt sie über ein Ausdrucksvermögen, um das sie manche Kollegin beneiden dürfte. Ihre stimmliche Präsenz, die Klarheit ihrer Tongebung, gepaart mit Mut zum ...
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