«Du bleibst hier!»

«Du bleibst hier!» – Für Christoph von Nikolaus Bachler

Opernwelt - Logo

Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
   jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich mindestens genauso nötig wie die Welt.


Du bleibst hier!
Immer wenn jemand spielerisch mit tödlichem Ernst über das Seil balanciert, das Leben heißt,
wenn einer im Auge des Taifuns aushält, den er selbst entfacht hat,
wenn einer über sich genauso weinen kann wie über das Elend der Welt,
wenn einer, je mehr er durchschaut, umso undurchschaubarer wird,
wenn einer schreit und tobt, bis er vor Zartheit nicht mehr kann,
immer dann bist du anwesend, immer dann bist du hier.

Jetzt aber hast du deine bunten Flügel ausgebreitet und fliegst und fliegst der Kälte davon...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: Christoph Schlingensief, Seite 75
von Nikolaus Bachler

Vergriffen
Weitere Beiträge
Virtuose Rollenspiele

Die Kunst der medialen Maskeraden beherrscht kaum eine zweite Sängerin so virtuos wie Cecilia Bartoli. Vor drei Jahren tourte sie als Maria Malibran durch Europa – und rückte dabei nicht nur das Repertoire der legendären Primadonna des frühen 19. Jahrhunderts ins Rampenlicht, sondern auch die Person. In einem mobilen Museum, das vor jeder Konzertstätte geparkt war,...

Nachwuchs im Blick

 

Am Telefon: Placido Domingo

Herr Domingo, kommt ein Belkantotenor reinsten Wassers aus Italien?

Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.

Wann und wie begannen Sie zu musizieren?

Als ich neun Jahr e alt war, befreundete ich mich mit dem Klavier. Ich wollte Dirigent werden. Auch sang ich nebenher – natürlicherweise, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter...

Als Schaljapin, Caruso, Lotte Lehmann und Richard Tauber sangen...

Die Klage über die guten, alten Zeiten ist kaum weniger alt als die zum Bewußtsein ihrer selbst erwachte Menschheit. Ob bei den Verfassern der attischen Tragödie, ob in der Hochblüte römischer Lyrik eines Catull, ob in gelehrten Abhandlungen der Renaissance oder in den romantischen Gedichten eines Eichendorff: immer erhebt sich [...] die klagende Repräsentation der...