Donizetti: Rita ou Le Mari battu
Da streiten sich zwei Männer um eine Frau, nicht etwa, um sie zu gewinnen, sondern um sie loszuwerden. Denn die Frau ist die widerspenstige, herrschsüchtige Rita, Schankwirtin, respektive – in der Lausanner Inszenierung – Inhaberin einer zwielichtigen Strandbar. Sie hat den trotteligen Peppe geheiratet, nachdem ihr erster Ehemann, der Seemann Gasparo, für verschollen erklärt wurde. Letzterer kehrt aber überraschend zurück. So beginnt der Streit darüber, wer an Ritas Seite gehört, oder vielmehr, wer ihr entfliehen kann.
Eric Vigié, der neue Direktor der Lausanner Oper, setzt in der Regie auf Tempo und Spektakel, stellt den drei Solisten nicht allein den im Libretto vorgesehenen, vorwiegend stummen Kellner Bartolo als überdrehte Einstein-Parodie gegenüber, sondern obendrein einen kindlichen Mafioso mit Leibwächter und – im Gefolge Gasparos – einen trinkfreudigen Eisbären zur Seite. Bei allem Slapstick und Spielwitz steht indes die musikalische Buffonnerie im Vordergrund, köstlich und virtuos.
Donizetti und Gustave Vaëz (Librettist der «Favoritin») hatten diese Farce 1841 geschrieben, ohne dass ein Auftrag vorlag. Der groteske Einakter mit französischen Dialogen wurde aber erst 1860 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwischen 1899 – da war Siegfried Wagner bereits dreißig Jahre alt – und seinem Tod im Jahr 1930 hat der einzige Sohn Richard Wagners vierzehn abendfüllende Opern vollendet, zwei im Particell hinterlassen und von zweien nur den Text fertiggestellt. Daneben wirkte er auf ausgedehnten Konzertreisen als Dirigent, inszenierte im Sommer in Bayreuth und leitete oft das...
Frau Rosenberg, als Sie 2001 als Intendantin in San Francisco antraten, hatten Sie hoch gesteckte Ziele und wollten das Publikum sowohl mit einer Menge dort unbekannter Musik als auch mit Regietheater europäischer Prägung konfrontieren. Wie viel davon konnten Sie verwirklichen?
Ich denke, ich habe etwa die Hälfte von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe, milde...
Schaut man nicht real hinunter in den Schlund, der an viel zu vielen Orten der Stadt gähnt, sondern imaginär hinauf zu den Musen im Olymp, dann könnte man meinen, es sei neuer Glanz eingekehrt in die Hütte. Leipzig, von nicht wenigen Kulturschaffenden nach wie vor als provinzielles Fürstentum der Kunst belächelt und seit Monaten durch die megalomane Baustelle...
