Zwischen allen Stühlen
«Eine feinere Operette» wollte Richard Strauss nach eigenem Geständnis mit »Die Liebe der Danae» schaffen, etwas Leichtes, «preziös» Ironisches in der Nachfolge Offenbachs. Bereits 1920 hatte ihm Hugo von Hofmannsthal einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, aber da zeigte sich der Komponist noch uninteressiert. Man kann nur spekulieren, wie diese Oper ausgesehen und geklungen hätte, die dem Klima der 20er Jahre so entgegen gekommen wäre.
Als Joseph Gregor 16 Jahre später, zunächst ohne Kenntnis von Hofmannsthals Exposé, mit demselben Sujet an Strauss herantrat, fand er offene Ohren. Freilich galten Gregors Ambitionen «höheren» künstlerischen Zielen, er wollte den «schönen, reinen Grundgedanken, das Gold durch die Liebe zu überwinden» deutlicher herausarbeiten. Was im mühsamen, sich über Jahre hinziehenden Arbeitsprozess herauskam, war ein Kompromiss. Die «Heitere Mythologie», die Strauss schließlich als Gattungsbezeichnung wählte, ist nur mäßig heiter und schon gar nicht satirisch, denn Gregor brachte dafür nicht mehr als den Humor eines Lateinlehrers auf.
Die Musik, die dem alten Komponisten zu diesem etwas mauen Text einfiel, ist auch nicht besonders inspiriert, zeugt von Handwerk ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2011
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Ekkehard Pluta
Eine besondere Kuriosität der Operngeschichte wurde vor drei Jahren in Bad Wildbad zur ersten öffentlichen Aufführung gebracht: Giovanni Pacinis Version des «Don Giovanni», die er 1832 für eine Privatvorstellung in Viareggio komponierte. Die Rollen sangen Mitglieder seiner Familie und er selbst; ein Kammerorchester aus Streichern und zwei Flöten sorgte für die...
Mit drei fast zeitgleich veröffentlichten Recitals geht Virgin Classics in eine Primadonnen-Offensive, die sich auch in der Programmgestaltung vom Mainstream abzuheben versucht. Im Fall der amerikanischen Mezzosopranistin Joyce Di Donato ist die Idee eines Konzept-Albums, das bekannte Opernstoffe von verschiedenen Seiten beleuchtet, sei es durch den Wechsel der...
Der Olymp liegt hinter einer Flügeltür. Oben auf der Galerie, zu der eine hochherrschaftliche Treppe führt, die das holzvertäfelte Vestibül symmetrisch in zwei Hälften teilt. Links und rechts neben der Tür hängen die Ahnen an der Wand. In Öl, ordentlich gerahmt. So entrückt wie der meist abwesende Patriarch (Jupiter), der, vom Treiben unten im Foyer hermetisch...
