Vorgeschoben
Die endgültige Erkenntnis liefert nach erfolgter Lektüre der Blick ins Register: «Stockhausen, Karlheinz» findet sich da als Eintrag. Das allein lässt aufmerken, und es folgen gar nicht einmal so viele Seitenzahlen, bedenkt man, dass der Untertitel des Buches «Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen» lautet und der Titel ein Zitat des Komponisten ist. «Sein Kopf war im Traum wie eine Note im System der Notenlinien gefangen gewesen, und er hatte große Mühe mit dem Versuch der Befreiung», berichtet Mary Bauermeister von einem Alptraum Stockhausens aus den frühen 1960erJahren.
Mary Bauermeister hat mit Karlheinz Stockhausen zusammengelebt. Zuerst in einer Dreierbeziehung mit seiner ersten Ehefrau Doris, dann – von 1967 bis 1973 – als seine zweite Frau und Mutter seiner Kinder Julika und Simon. Sie hat mit ihm die Welt bereist: Südfrankreich, Sizilien, Finnland, Japan, Südafrika, Nordamerika. Ist mit ihm gemeinsam großen Künstlerpersönlichkeiten begegnet: Leonard Bernstein, Marc Chagall, Joan Miró, Max Ernst, René Magritte. Hat die Entstehung wichtiger Werke hautnah miterlebt und durchaus auch beeinflusst: «Momente», «Hymnen», «Fresco», die Anfänge des «Licht»-Zyklus. Davon berichtet sie ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 27
von Jörg Hillebrand
Im Mai 2010 wurde sie wie ein Staatsakt gefeiert – die Wiedereröffnung des Teatro Colón in Buenos Aires. Doch schon kurz nach dem weltweit beachteten Paukenschlag breitete sich am größten und bekanntesten Opernhaus Südamerikas wieder jener lähmende Krämergeist aus, der einen nachhaltigen künstlerischen Aufschwung blockiert. Schon Ende 2010 warfen Streiks alle Pläne...
Einen Moment lang, als das überschaubare Publikum die Treppe zum Dachgeschoss des Historischen Zentrums in Wuppertal-Barmen mit dem Familienhaus von Friedrich Engels hinaufklettert –, einen Moment lang scheint dieser Ort der ideale Platz, um wie weiland der junge Engels in seinen «Briefen aus dem Wuppertal» gegen die Folgen der Industrialisierung zu wettern....
Der 62-jährige Manfred Trojahn kann mit einigem Recht als typischer Vertreter der deutschen «Literaturoper» apostrophiert werden, wie sie die um eine Generation älteren Komponisten Hans Werner Henze, Giselher Klebe oder Aribert Reimann praktizier(t)en. Da mit Claus H. Henneberg (der für ihn Pirandellos «Enrico» bearbeitete) und Christian Martin Fuchs (der das...
