Drei Farben Rot
The romantic hero», wahrlich ein genialer Titel für ein Album, auf dem ausschließlich französische Arien versammelt sind! Frère Jacques, dormez-vous? Manchmal, liebe Sony-Manager, soll es ja helfen, einen Moment lang nachzudenken – dann wäre vielleicht auch der Fehlgriff mit dem Dirigenten nicht passiert. Am Pult des RAI-Orchesters neigt Evelino Pidò dazu, die Tempi zu verschleppen, sentimentalisiert – und macht dadurch so manche Nummer puccinesker, als sie gemeint ist. Dabei hat Vittorio Grigolo ein gutes Gespür für die Musik von Bizet, Massenet & Co.
– und auch die perfekte Aussprache. Umwerfend, wie er sich im Schlafzimmerduett aus dem vierten «Roméo et Juliette»-Akt in purem Liebesglück verströmt. Elegant phrasiert ist die Balkonarie aus derselben Gounod-Oper; gänzlich frei, ohne jeden Druck entwickelt Grigolo die melodischen Linien in der Blumenarie aus «Carmen» wie in «Pourquoi me réveiller» aus «Werther».
Sein Rollendebüt als Titelheld der Massenet’schen Goethe-Vertonung war im Juni in Berlin ein Riesenerfolg. Weil Grigolos Vorliebe fürs Pathetische, für altmodische Seufzer und Schluchzer live mitreißt. Kann man den Italiener allerdings nicht sehen, sondern nur hören, wirkt ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Frederik Hanssen
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Es stimmt schon, dass man als Mezzo ein bisschen lockerer bleiben kann. Bloß als Octavian, der die ganze Zeit auf der Bühne steht, nützt einem das auch nicht viel. Ich gebe gern zu, dass ich manchmal ein bisschen neidisch auf die Soprane bin – und auf die...
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