Zurück zu den Anfängen

Glyndebourne revisited: Wagners «Meistersinger» zum ersten Mal, Mozarts «Don Giovanni» mit neuer Besetzung

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Ein Stubenmädchen sei mit einem Schreikrampf aus dem Raum gelaufen, nachdem es des Hausherrn ansichtig wurde, liest man. Unwillkürlich denkt man an Vorfälle jüngst in
einem New Yorker Hotel. Doch das Geschehnis, von dem ein humorvoller Chronist berichtet, ereignete sich in den 1920er Jahren in Glyndebournes legendärem «Organ Room» – während der Aufführung der Schusterstuben-Szene aus dem dritten Akt von Wagners «Meistersingern» (zu Klavier- und Orgelbegleitung).

Hausherr John Christie betätigte sich dabei als Sixtus Beckmesser und soll so überzeugend gewesen sein, dass das Mädchen wohl überreagierte. Vielleicht war’s auch ein krampfhafter Lachanfall.

Nun geht das Festival mit den «Meistersingern» sozusagen «back to the roots». Das Programmheft präsentiert dazu unter anderem ein Foto John Christies in bayerischen Lederhosen – und von solch Biederem hat David McVicars Inszenierung ein gerüttelt Maß. Wobei man befürchten muss, dass der Regisseur dies nicht wirklich ironisch meinte. Er hangelt sich brav am Büchel entlang; allein in der Verlegung des Geschehens ins Biedermeier – weil ab dieser Zeit der deutsche Nationalismus sich zu regen begann? – nimmt er sich Freiheiten. Vicki ...

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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerhard Persché

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