Kein Glück, nirgends
Die junge Dame namens Psyche hat alles versucht: Liebespassion, religiöse Ekstase, sogar revolutionären Barrikadenkampf, aber am Ende erweisen sich sämtliche Leidenschaften als Illusion. Zuverlässig ist nur der Tod. Diese Art von idealistischem Defätismus ist durchaus typisch für das Polen nach der vorletzten Jahrhundertwende. Jedoch hüllte Jerzy Żuławski, der 1904 das Drama «Eros und Psyche», später auch das Libretto schrieb, seine niederschmetternde Botschaft in die Farben der Erlösung – und schuf damit einen nahezu vollkommenen Opernstoff.
In der Vertonung von Ludomir Różycki (1883-1953) ergibt das ein modernes Mysterienspiel, zeitlos wie alle großen Musikdramen.
Die Uraufführung fand, auf Deutsch, 1917 in Breslau statt. Die polnische Version wurde ein Jahr später in Warschau gezeigt. Obwohl Różycki als der – neben Stanisław Moniuszko – zweite große Bühnenkomponist des Landes angesehen und noch bis 1939 häufig gespielt wurde, gerieten seine teils tragischen, teils historischen oder satirischen sieben Opern danach in Vergessenheit. «Eros und Psyche», von ihm als «fantastisch» bezeichnet, erklang in Warschau noch einmal 1978, was auch auf Tonträgern dokumentiert ist. Das liegt ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Volker Tarnow
Liebe Frau Tsallagova, kennen Sie die Geschichte von Tanaïs?
Erzählen Sie sie mir!
Tanaïs war eine kaukasische Königstochter, die mit ihrem Volk am Schwarzen Meer lebte, unweit des heutigen Ossetien. Eines Tages überfiel der äthiopische König Vexeris das Land der Skythen, ließ die gesamte männliche Bevölkerung ermorden und erwählte sich Tanaïs zur Braut. Die aber...
Um «Don Giovanni» grundstürzend neu zu hören, muss man nicht zu Teodor Currentzis in den Ural oder zu Jérémie Rhorer nach Aix reisen. Heidelberg tut’s auch. Was Elias Grandy und sein Orchester dort aus der Oper aller Opern herauskitzeln, putzt auf ähnlich atemberaubende Weise die Ohren aus, lässt uns Mozarts Musik ganz neu hören. Grandy schärft die dynamischen...
Die Teenies mit den Widerhaken, die durchtriebenen Verzierungsschleudern – sie passen nicht zu ihr. Viele Gründe hat das. An der feinherben Bühnenpräsenz liegt es, vor allem aber an einer Stimme, die eher nach Dame klingt und auch nach distanzierter Tragödin. Dabei wurde Marina Rebeka bei Rossini sozialisiert, wie sie im «Opernwelt»-Interview sagte (OW 9-10/2017)....
