Viel Spreu, zu wenig Weizen
Die Oper auf DVD boomt. Kein Theater, das auf sich hält, will mehr darauf verzichten, die eigenen Produktionen medial zu vermarkten. Denn das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern auch erhebliche Eigenwerbung. Künstlerische Erwägungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Vieles, was auf den Markt kommt, hat allenfalls lokale Bedeutung.
So ein «Simon Boccanegra» aus Bologna, der sich gegen starke frühere Konkurrenz (Abbado, Levine) behaupten muss.
Die Inszenierung Giorgio Galliones erschöpft sich in standardisierten Arrangements, und die sängerischen Leistungen sind lediglich solide, im Falle des Bassisten nicht einmal das. Der junge Dirigent Michele Mariotti versucht starke dramatische Akzente zu setzen, aber ihm fehlt der gerade in dieser Oper so notwendige weite Atem. Sein Dirigat bleibt Stückwerk.
In einer Produktion von «I due Foscari» aus Neapel beschränkt sich der Schweizer Regisseur Werner Düggelin auf ein paar mehr oder weniger simple Tableaus, die den Ablauf der Musik nicht stören. Die musikalischen Leistungen reichen nicht aus, die szenischen Defizite vergessen zu lassen. Nello Santis oft an Routine grenzende Souveränität taugt kaum für ein ...
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Wer den neuen, von Santiago Calatrava entworfenen Palau de les Arts in Valencia besucht, sollte sich warm anziehen. Denn man fröstelt schnell in dieser kühlen, mit weißen und blauen Kacheln ausgekleideten Architektur, die weit entfernt vom Stadtzentrum im trockengelegten Flussbett des Turia errichtet wurde. Wie man hört, soll es bei starkem Regen immer noch...
In zwei Jahren feiert der «Rosenkavalier» seinen hundertsten Geburtstag. So langsam wird klar, welch bitterböses, ironisch-pessimistisches Stück uns Hofmannsthal und Strauss mit dieser Komödie hinterlassen haben. Wenn am Ende der Vorhang fällt, hat nicht nur der derbe Baron Ochs eine schmerzhafte Abreibung erhalten – auch die Marschallin, die sich die Zeit mit...
Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Musikdirektors Richard Hickox erreichte die Zentrale von Opera Australia (OA) in einer denkbar turbulenten Phase. Seit Wochen müssen sich Generaldirektor Adrian Colette und der OA-Vorstand unangenehme Fragen gefallen lassen. Der Unmut über die Leitung der Company, die seit 1996 neben dem weltberühmten Opernhaus in Sydney das...
