Nostalgische Melange
Das hat sich Eduard Tobler, Besitzer der Berliner Tobler-Werke, fein ausgedacht: einmal inkognito als armer Mann in den Winterurlaub zu reisen, um herauszufinden, ob er im Grandhotel dann ebenso gut behandelt wird wie die Millionäre, zu denen er eigentlich gehört. Nur dass ihm zum einen seine Tochter dazwischenfunkt, die dem Hoteldirektor vorab verrät, dass da gar kein armer «Schulze» kommt, zum anderen ein tatsächlich armer Gast, mit dem er verwechselt wird und dem nun alle Annehmlichkeiten eines Millionärs zuteilwerden, während Schulze alias Tobler Schnee schippen darf.
Keine Frage: Erich Kästners Roman «Drei Männer im Schnee», erschienen 1935 in Zürich, ist der geborene Operettenstoff. Weshalb schon im «Dritten Reich», wo Kästner offiziell Publikationsverbot hatte, ein erfolgreiches Lustspiel daraus wurde und weltweit noch einige erfolgreiche Verfilmungen. Das Münchner Gärtnerplatztheater hat aus dem Stoff nun eine ebenso erfolgreiche Revueoperette im Stil der 1930er-Jahre gemacht, wenn man den stehenden Ovationen bei der Uraufführung glauben darf.
Das deutlich die Handschrift des Gärtnerplatz-Intendanten Josef E. Köpplinger tragende Erfolgsrezept ist dabei klar, sobald der ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht
Stefano Poda ist – wie sein italienischer Landsmann Romeo Castellucci oder wie Achim Freyer – Regisseur, Bühnenbildner, Choreograf, Kostüm- und Lichtgestalter in Personalunion. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine strenge, genau kalkulierte Formensprache aus. Man könnte auch sagen: Er unterwirft die Werke, die er sich vornimmt, seiner eigenen Ästhetik....
Der 1813 entstandene «Faust» von Louis Spohr gehört zu den mehr gerühmten als wirklich bekannten, gar aufgeführten Hauptwerken der deutschen romantischen Oper; ja, er markiert, zusammen mit der «Undine» des Dichterkomponisten E.T.A. Hoffmann, recht eigentlich deren Beginn. An Goethe und die spätere musikalische «Faust»-Metaphysik des 19. Jahrhunderts darf man...
Manche Bilder, so sehr man sich darum bemüht, wollen nicht aus dem Kopf. Zum Beispiel jene bizarr-absurde Pointe am Ende von Lothar-Günther Buchheims Filmklassiker «Das Boot». Zwischen Skylla und Charybdis, unter unerhörtem physischen wie psychischen Druck, hat sich das deutsche U-Boot hindurchgeschlängelt, ist in den vermeintlich sicheren Hafen gelangt. Der...
