Bloß keine Romantik
Was bewegt einen Komponisten, zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Sagenstoff noch einmal aufzunehmen, der in der Romantik viele und prominente Ausformungen erfahren hat – in der Literatur wie in der Musik? Antonín Dvorák war nicht mehr jung, als er «Rusalka» in einem Zug schrieb, ein hoch berühmter Mann, aber auf dem Gebiet der Oper bis dahin nicht wirklich erfolgreich.
War die Stückwahl pure Nostalgie, ein ängstliches Innehalten und Sich-Zurück-Wenden angesichts der Herausforderungen und Zumutungen einer Moderne, die auch auf musikalischem Gebiet vehement zu neuen Ufern drängte? Was bedeutet der Sagenkreis um Undine und Loreley in den Anfängen des Technischen Zeitalters und, ganz nebenbei, in den Kindertagen der Psychoanalyse?
Die von Dvorák vorliegenden schriftlichen Äußerungen geben keinen Hinweis darauf, dass er solche Fragen reflektierte, doch den schon damals aktuellen Konflikt zwischen Natur und Zivilisation, der ein Hauptthema in Jaroslav Kvapils Libretto ist, wird er wie andere sensible Zeitgenossen auch stark empfunden haben. Mehr als hundert Jahre nach der Uraufführung der Oper (1901) hat sich dieser Konflikt weiter zugespitzt, könnte auch Thema einer modernen ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 47
von Ekkehard Pluta
Gottfried von Einems 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper «Dantons Tod» war einer der großen Musiktheatererfolge der unmittelbaren Nachkriegszeit. Dabei war es weniger die politische Stoßrichtung von Büchners Revolutionsdrama über die Jakobinerdiktatur als die erhoffte Bühnenwirksamkeit, die Einem und seinen Librettisten Boris Blacher zu dem Sujet...
Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono,...
Aus dem Steinbruch von St. Margarethen nahe Wien holten schon die Römer das Baumaterial für ihre Siedlung Carnuntum; später wurde mit dem dort gebrochenen Sandstein auch der Wiener Stephansdom gebaut. Mitte der 1990er-Jahre entdeckte man das Areal fürs Musiktheater und hält sich seitdem recht eng ans erweiterte Opern-ABC: «Aida» und «Carmen» kamen bereits mehrmals,...
