Eine Axt für den Ernstfall
Mit sechzig kommen die 1952 gegründeten Schwetzinger Festspiele langsam in die Jahre. Unter der Leitung des SWR-Redakteurs Peter Stieber haben sie sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Kammermusikfestival vom Feinsten gemausert, das auch aktuelle Musik einbezieht. Letztes Jahr galt die Reverenz György Kurtág.
Diesmal stand Aribert Reimann im Zentrum dreier Porträtkonzerte, die seinem Kammermusik- und seinem Liedschaffen gewidmet waren – mit Sängerinnen wie Christine Schäfer und Mojca Erdmann, dem Oboisten Jörg Widmann und dem Auryn Quartett künstlerisch hochbestückte Ereignisse, die einmal mehr den Rang Reimanns und seine Wurzeln in der großen deutschen Liedtradition verdeutlichten. Überregionale Ausstrahlung freilich gewinnt Schwetzingen hauptsächlich durch seine Opernaufführungen. Der seit vier Jahren für das Musiktheaterprogramm zuständige Basler Intendant Georges Delnon hält sich dabei wie seine Vorgänger an die im Rokokotheater, dem Schmuckstück der ehemaligen Sommerresidenz der Mannheimer Kurfürsten, seit Jahrzehnten bewährte Mischung aus Alt und Neu. Dieses Jahr zog Delnon allerdings mit der Uraufführung von Enno Poppes «IQ» eine schmerzliche Niete, die er mit der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert
Es gibt in der Geschichte viele wunderbare Komponisten, deren Werke wir schätzen, die aber die historische Entwicklung der Musik nicht signifikant beeinflusst haben. Einige wenige Komponisten hingegen haben es geschafft, alles vorher Dagewesene zu summieren und gleichermaßen einen Weg in die Zukunft zu weisen – Bach, Schönberg, Wagner und Beethoven sind...
Beim Namen Dessau denkt man heute vor allem an das legendäre Bauhaus. Sieben glorreiche Jahre lang war die Zukunft in der Stadt zu Hause. Schon 1931 aber siegten die Nazis bei den Gemeinderatswahlen und machten sich sofort daran, die Avantgardisten zu vertreiben. Als der «Führer» 1938 den Dessauern als Ersatz für das 1922 abgebrannte Stadttheater einen wuchtigen...
Der Großsponsor der Wiener Festwochen spendiert in diesem Jahr jedem Besucher einen putzigen Kugelschreiber mit nautischem Innenleben: Hält man das Schreibgerät schief, segelt eine winzige Galeone den gläsernen Schaft hinunter. Sie schafft Verbindung zum Cover der Festwochen-Broschüre und dem offiziellen Plakat: Zwei afrikanische Roomboys mit Bodenschrubbern links...
