Händel: Rodelinda CD und DVD
Es leuchtet ein, dass die Umschichtung des Klassik-Marktes weg von der CD-Gesamtaufnahme hin zur DVD besonders der Barockoper zugute kommen muss: Die Erfolgsproduktionen von Werken Händels, Monteverdis, Cavallis und Rameaus in den letzten Jahren bewiesen schließlich gerade die verblüffende szenische Lebendigkeit des barocken Musiktheaters und seine (auch formale) Offenheit gegenüber den verschiedensten Regiehandschriften; sie zeigten sozusagen im Umkehrschluss aber auch, wie notwendig das visuelle Element in diesem Fall ist – notwendiger zumindest als bei «Tristan» oder «Butterfly».
Die Barockoper hat also nur auf die DVD gewartet, und auch im Fall der beiden Neuaufnahmen von Händels «Rodelinda» ist das Gefälle von CD zu DVD eklatant. Und das, obwohl die CD-Version unter Alan Curtis rein akustisch überzeugender ausgefallen ist als die DVD der David-Alden-Produktion aus der Bayerischen Staatsoper, die die weitere Perspektive eines großen Opernhauses mit größeren Stimmen und einem flächigeren Orchesterpart abbildet. Technisch detailscharf eingefangen und zwischen Stimmen und Orchester gut ausbalanciert, liefert Curtis ein weiteres Beispiel seines federnd-pointierten, agogisch agilen ...
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Der Anfang befremdete wie immer, wenn David Alden den allegorischen Prolog einer frühbarocken Oper inszeniert: La Natura ist ein Mannweib am Filmprojektor, die Ewigkeit ein wasserköpfiges Monster, das Schicksal ein Riesenbaby. Doch die verfließende, auf den Portalschleier eines rot glühenden Gebirges projizierte Slowmotion von Sally Matthews als Calisto deutete...
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Ferruccio Busonis «Doktor Faust» ist eines der Hauptwerke des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts. Der deutsch-italienische Komponist konnte die Oper, die er gleichsam wie ein Monument über sein gesamtes Schaffen stülpte, nicht mehr abschließen. In Stuttgart – und zuvor in San Francisco (siehe OW 8/2004) – kam sie erstmals ohne die Ergänzungen Philipp Jarnachs bzw....
