Händel: Rodelinda CD und DVD

Hören reicht nicht. Händels "Rodelinda" auf CD unter Alan Curtis und auf DVD aus der Bayerischen Staatsoper

Opernwelt - Logo

Es leuchtet ein, dass die Umschichtung des Klassik-Marktes weg von der CD-Gesamtaufnahme hin zur DVD besonders der Barockoper zugute kommen muss: Die Erfolgsproduktionen von Werken Händels, Monteverdis, Cavallis und Rameaus in den letzten Jahren bewiesen schließlich gerade die verblüffende szenische Lebendigkeit des barocken Musiktheaters und seine (auch formale) Offenheit gegenüber den verschiedensten Regiehandschriften; sie zeigten sozusagen im Umkehrschluss aber auch, wie notwendig das visuelle Element in diesem Fall ist – notwendiger zumindest als bei «Tristan» oder «Butterfly».

Die Barockoper hat also nur auf die DVD gewartet, und auch im Fall der beiden Neuaufnahmen von Händels «Rodelinda» ist das Gefälle von CD zu DVD eklatant. Und das, obwohl die CD-Version unter Alan Curtis rein akustisch überzeugender ausgefallen ist als die DVD der David-Alden-Produktion aus der Bayerischen Staatsoper, die die weitere Perspektive eines großen Opernhauses mit größeren Stimmen und einem flächigeren Orchesterpart abbildet. Technisch detailscharf eingefangen und zwischen Stimmen und Orchester gut ausbalanciert, liefert Curtis ein weiteres Beispiel seines federnd-pointierten, agogisch agilen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2005
Rubrik: platten, Seite 54
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zarte Menschen gegen geile Götter

Der Anfang befremdete wie immer, wenn David Alden den allegorischen Prolog einer frühbarocken Oper inszeniert: La Natura ist ein Mannweib am Filmprojektor, die Ewigkeit ein wasserköpfiges Monster, das Schicksal ein Riesenbaby. Doch die verfließende, auf den Portalschleier eines rot glühenden Gebirges projizierte Slowmotion von Sally Matthews als Calisto deutete...

Plauen/Zwickau, Schumann: Der Rose Pilgerfahrt

Was eine Oper sei? Seit den Tagen Monteverdis wird über diese Frage rechtschaffen gestritten; und vor allem die Debatte darüber, ob ein Oratorium fürs Musiktheater tauge oder nicht, hat die Disputanten stets zu neuen Argumenten beflügelt. Im Falle von Robert Schumanns «Der Rose Pilgerfahrt» allerdings schien es bislang Common Sense zu sein, dass dieses letzte der...

Unversöhnt

Ferruccio Busonis «Doktor Faust» ist eines der Hauptwerke des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts. Der deutsch-italienische Komponist konnte die Oper, die er gleichsam wie ein Monument über sein gesamtes Schaffen stülpte, nicht mehr abschließen. In Stuttgart – und zuvor in San Francisco (siehe OW 8/2004) – kam sie erstmals ohne die Ergänzungen Philipp Jarnachs bzw....