Wieder auf Entdeckungskurs
Seit 1977 gibt es die von Gian Carlo Menotti initiierte amerikanische Ausgabe des Spoleto Festivals. In diesem Jahr lud man zur 39. Saison nach Charleston/South Carolina. Mit einem Etat von 7,66 Millionen US-Dollar sind die Festspiele vergleichsweise opulent ausgestattet. So konnte Nigel Redden, der aktuelle Künstlerische Leiter, wieder ein breites Angebot zusammenstellen: Oper, Kammermusik-, Chor- und Orchesterkonzerte, Tanz- und Puppentheater, 150 Veranstaltungen insgesamt.
Ein Mix aus Oper und mobiler Installation, westlichem und chinesischem Musiktheater,
Moderne und Tradition – das ist «Paradise Interrupted». Das 80-minütige Stück des Komponisten Huang Ruo und der Künstlerin Jennifer Wen Ma wurzelt in dem wohl bedeutendsten Werk der chinesischen Kunqu-Oper, dem «Päonien-Pavillon» aus dem Jahr 1598. In einer 20-stündigen, umjubelten Fassung war es 1999 beim New Yorker Lincoln Center Festival erstmals in der westlichen Welt zu sehen. Der damalige Star, die elektrisierende Kunqu-Performerin Qian Li, ist auch diesmal wieder mit von der Partie. «Paradise Interrupted» setzt mit dem erotischen Traum der «Pavillon»-Heldin ein. Jetzt heißt sie schlicht The Woman, eine moderne ...
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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Heidi Waleson
Die 1963 geborene Lucia Ronchetti ist heute die nach Salvatore Sciarrino prominenteste musikalische Stimme Italiens. Mit Sciarrino verbindet sie das Interesse an Literatur sowie die Theatralizität ihrer Kompositionen, die, selbst wenn sie nicht für die Bühne bestimmt sind, fast immer eine starke szenische Latenz besitzen. In Mannheim kam jetzt ihr jüngstes...
Es ist noch gar nicht lange her, da blamierte sich Stéphane Lissner, als er in einem TV-Quiz Arien identifizieren sollte und vier von fünf nicht erkannte. Das YouTube-Video wurde flugs in der gesamten Szene herumgereicht, und so mancher Opernfreund zeigte sich, gelinde gesagt, überrascht. Wie bitte? Der einstige Chef der Scala, jetzt Intendant der Pariser Opéra...
Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum. Als Nächstes, gleich nach der Uraufführung, muss ein liebestoller Gott betreut werden, und das nicht in der gängigen Vertonung von Richard Strauss, sondern in der von Antonio Caldara. Der Venezianer erhielt seinerzeit von Salzburgs Fürsterzbischof den Auftrag, fürs neue Heckentheater im Mirabellgarten Standesgemäßes zu...
