Fünf Jahre, hundert Aufführungen
Als 1990 der erste Ministerpräsident Brandenburgs gewählt wurde, hatte das Land noch fünf Mehrspartentheater, die ganzjährig Oper, Ballett, Schauspiel und Orchesterkonzerte anboten. Ein einziges davon hat die Rotstiftpolitik der vergangenen 25 Jahre überlebt: das Staatstheater Cottbus (siehe Seite 78). Nicht einmal die Bühne der Landeshauptstadt Potsdam verfügt heute über eine eigene Tanz- und Sängertruppe.
Unhaltbare Zustände, fand Arnold Schrem – und rief mit ein paar Gleichgesinnten 2011 die Wanderoper Brandenburg ins Leben.
Die Idee: mit kleinen, mobilen Ensembles Musiktheater in entlegene Regionen zu tragen und Menschen für die aufwändigste aller Künste zu begeistern, die sonst kaum eine Chance hätten, mit ihr in Berührung zu kommen. Von Anfang an hatte der ehemalige Operndirektor des Theaters Stralsund/Greifswald, der als junger Mann Walter Felsenstein assistierte, dabei vor allem Schüler und Senioren im Visier. Neun Produktionen, darunter «Hänsel und Gretel», eine «Zauberflöte» und – als Werkstatt für arbeitslose Sänger – Brittens «Noahs Flut», hat Schrems «Verein für kulturelle Bildung» inzwischen gestemmt. Fast 100 Aufführungen mit rund 25 000 Zuschauern weist die Bilanz ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Albrecht Thiemann
Wenn der Autor eines Textes über klassische Musik Engländer sei, stichelte der Dirigent James Levine einmal in einem Interview, könne man das auch ohne Namensangabe sofort erkennen. An den überschwänglichen Verweisen auf Bax, Delius, Tippett oder Brian. Oder auf Holst. Oder eben auf Ralph Vaughan Williams (1872-1958).
Letzterer, dem Nicht-Briten vor allem als...
Was ist denn das für eine Attentäterin? Anstatt das zu tun, wozu sie gekommen ist, nämlich den Diktator umzulegen, lässt sie sich von ihm betören – und wirft sich schließlich sogar in die Schusslinie, als die Gattin des Despoten das vollenden will, was sie nicht konnte. Ernst Krenek hat den nur 30 Minuten langen Einakter «Der Diktator», dessen Handlung seltsam...
Vorwärts
Die Zukunft des Musiktheaters will das frisch gegründete «Opera Forward Festival» (OFF) der Nationale Opera Amsterdam erkunden. U. a. steht die Uraufführung von Michel van der Aas «Blank Out» auf dem Programm. Und Peter Sellars kombiniert zwei neue Kurzopern von Kaija Saariaho.
Pour l’humanité
... lautet das Motto des Opernfestivals in Lyon. Daniele...
