Zirkus für Gesangsvirtuosen

Sony setzt die Veröffentlichung historischer Mitschnitte aus der New Yorker Met mit vier Verdi-Aufführungen und einem Thomas-Abend fort

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Die dritte Staffel historischer Aufführungen der Metropolitan Opera, von Sony preiswert, aber in billiger Aufmachung veröffentlicht, bestätigt den Eindruck, dass Oper an diesem Hause lange Zeit mehr mit Zirkus als mit Theater zu tun hatte. Die Musik scheint oft nur Anlass zu sein, Sänger glänzen zu lassen. Sie werden beim Auftritt mit in das Orchesterspiel hineinplatzendem Beifall empfangen und nicht nur nach ihren Arien, sondern auch nach jeder Fermate auf einem Spitzenton lauthals bejubelt.

Die Dirigenten – vor allem versierte Routiniers wie Fausto Cleva und Kurt Adler – sind oft nicht mehr als Steigbügelhalter für die Gesangsvirtuosen der Neuzeit. Und keiner weiß seine Narrenfreiheit schamloser auszunutzen als Franco Corelli, der in einem «Trovatore» von 1961 zur Freude des Auditoriums dem Affen kräftig Zucker gibt.

Ein Jahr später wurde er in Salzburg von Herbert von Karajan im gleichen Stück stärker an die Kandare genommen. Wie dort war auch in der New Yorker Aufführung Leontyne Price seine Partnerin, die damals noch am Anfang ihrer Weltkarriere stand. Sie hat die Leonora nicht weniger als dreimal im Studio aufgenommen und bietet auch hier – stimmlich frisch und glutvoll im ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 26
von Ekkehard Pluta

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