Der lange Weg zum Selbst

Annette Dasch ist eine gefeierte Mozart-Sängerin. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie 2002 als Fiordiligi in der Antwerpener «Così» unter Jos van Immerseel. 2004 folgte ein «Figaro» in Paris unter René Jacobs , ein Jahr später «Lucio Silla» unter Nikolaus Harnoncourt in Wien, 2006 «Il Re pastore» unter Thomas Hengelbrock in Salzburg und zuletzt die Donna Elvira an der Mailänder Scala. Im Juni 2008 wird Annette Dasch zur Wiedereröffnung des generalsanierten Münchner Cuvilliés-Theaters unter Kent Nagano die Elettra in «Idomeneo» singen. Zuvor wagt sich die Sopranistin jedoch – nach der Gänsemagd in der Münchner Produktion von Humperdincks «Königs­kindern» – an ihre erste Wagner-Rolle: Freia im «Rheingold» unter Simon Rattle bei den Salzburger Osterfestspielen. Diesen Sommer verkörpert sie zur Eröffnung der Sommerfestspiele an der Salzach unter Ivor Bolton die Titelrolle in Haydns «Armida» (Regie: Christof Loy).

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Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachts­got­tes­diens­ten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein Programm zusammenzuschustern, bei dem alle irgendwie mittönen konnten. Nicht zu vergessen die legendären Autofahrten mit dem Fami­lienbus von und nach Berlin, Transitstrecke sage ich da nur.

Der Warterei am Übergang Dreilinden verdanken wir unser Kanon-Repertoire.

Sie haben einmal gesagt, Sie hätten mehrere Stimmbrüche durchlebt?
Sagen wir vielleicht besser Stimmwechsel. Im Schulchor habe ich ausprobiert, wie das mit dem Vibrato funktioniert, wie eine Musical-Stimme klingt, wie man die Königin der Nacht singen könnte. Aber das war Spiel, war Spaß, obwohl ich immer im Chor die Soli sang. Die Klarinette, das war mein Instrument, dafür habe ich richtig geübt. Ich träume manchmal schlecht, weil ich bis heute das Gefühl habe, mein eigent­liches Instrument verraten zu haben. Ich spielte sehr viel Kammermusik und Schülerorches­ter, ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: Interview, Seite 34
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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