'Ne Buddel Rum
Johoo – und ’ne Buddel Rum» – das wilde Piratenlied durchzieht quasi als Leitmotiv die Kinderoper Die Schatzinsel nach dem Abenteuer-Klassiker von Robert Louis Stevenson. Das Opernhaus Zürich unter seinem neuen Intendanten Andreas Homoki hat sie Frank Schwemmer (Homoki hat ihn sozusagen aus Berlin mitgebracht) und dem Librettisten Michael Frowin in Auftrag gegeben und nun uraufgeführt. Erzählt werden die Erlebnisse des Jungen Jim Hawkins bei der Suche nach einem Piratenschatz, der auf einer einsamen Karibikinsel vergraben ist.
Frowin hat den Roman zum Dreiakter umgearbeitet und dabei um einige Frauenrollen bereichert. Aus dem Landadligen, der die Schatzsuche finanziert, wurde eine abenteuerlustige Baronin mit zwei kecken Nichten, was auch eine Liebesgeschichte zwischen Jim und einem der beiden Mädchen ermöglicht. Schwemmer hat dafür eine süffige, theatergerechte Musik für ein Kammerorchester mit reich besetztem Schlagzeug geschrieben. Er findet weit ausschwingende Melodiebögen für die Sehnsucht der Figuren nach Freiheit und Abenteuer, aber auch Chiffren für das Unheimliche, Gefährliche. Ein Akkordeon und fiedelnde Geigen begleiten die Lieder der Piraten; ein großes Trinkensemble ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alfred Ziltener
In ihrem Tagebuch notiert Cosima Wagner von den Ring-Proben 1876, dass den Kindern der erste Akt Siegfried am besten gefallen habe. Kinder wären auch die idealen Zuschauer für Achim Freyers am Puppenspiel und Kasperletheater orientierter Mannheimer Inszenierung. Für das Scherzo in Wagners Ring-Sinfonie vom Anfang und Ende der Welt verzichtet Freyer auf das optisch...
Claude Viviers Musik ist vertraut und fremd, beruhigend und verstörend. In seiner 1978/79 komponierten, etwa 70-minütigen Oper Kopernikus treffen schwebende, tonale Klangflächen auf glissandierende Solostimmen, kantable Phrasen auf kindliches Gebrabbel, impulsive Attacken auf meditative Nachklänge. Viviers musikalische Erfahrungen auf einer langen Ostasienreise...
Die rechte Hand lässig angewinkelt, das linke Bein leicht vorgestellt, blickt er optimistisch vor sich hin, als wüsste seine Musik für alles eine Lösung: Christoph Willibald Ritter von Gluck, Förstersohn aus der Oberpfalz, der zuerst in Wien, dann in Paris zum Weltbürger wurde. In Wien hat man ihm ein Denkmal errichtet, unweit der Karlskirche. Ganz in der Nähe, in...
