Der letzte Tannhäuser?
Katastrophal. Man hört dieses Wort oft, wenn man derzeit mit Theaterleuten in Mecklenburg-Vorpommern spricht. Zu oft, um es als Jammerruf oder Panikmache empfindlicher Künstlerseelen abzuhaken. Es sieht tatsächlich nicht gut aus für die Bühnen zwischen Stralsund und Greifswald, Schwerin und Rostock, Neubrandenburg und Anklam. Anfang der neunziger Jahre hat das Land die Zuwendungen eingefroren. Und mehr als die 35,8 Millionen Euro, die seitdem in den Haushalt eingestellt sind, soll es auch bis 2020 nicht geben.
Tariferhöhungen? Steigende Preise für Energie und Material? Dafür sollen die Theater selbst geradestehen. Mehr Karten verkaufen, effizienter arbeiten, die Kosten drücken. Sparen lasse sich immer irgendwo, tönte es auch aus den Kommunen und Kreisen, wenn das Geld mal wieder knapp wurde. Fast zwei Jahrzehnte geht das nun schon so. Die Folge: eine schleichende Auszehrung, die irgendwann zum Kollaps führen muss.
Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin, Flaggschiff der angeschlagenen Theaterflotte im dünn besiedelten Nordosten Deutschlands, könnte schon bald auf Grund laufen. Im November 2011 stand das zum 125-jährigen Betriebsjubiläum gerade erst fein herausgeputzte Haus am ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Albrecht Thiemann
Nach dem Erfolg mit Molière/Lullys comédie-ballet «Der Bürger als Edelmann» und Lullys tragédie en musique «Cadmus et Hermione» haben der Dirigent Vincent Dumestre samt seinem Orchester Le Poème Harmonique und der Regisseur Benjamin Lazar mit der favola drammatica musicale «Egisto» von Pier Francesco Cavalli neuerlich ein Werk aus der Frühzeit der Oper auf seine...
Meldungen
Als Auszeichnung für sein Lebenswerk erhält der österreichische Komponist Friedrich Cerha den mit 200 000 Euro dotierten internationalen Ernst-von-Siemens-Musikpreis, der seit 1974 als inoffizieller Nobelpreis der klassischen Musik gilt und in den vergangenen Jahren u. a. an Aribert Reimann, Michael Gielen und Klaus Huber verliehen wurde. Die Jury der...
Die Stimme finden
Als Sie an der Musikhochschule in Sofia Schülerin der berühmten Ressa Koleva wurden, gab es in der Professorenschaft Diskussionen, ob Sie als Sopran, Mezzosopran oder gar als Alt ausgebildet werden sollten.
Das lag vor allem daran, dass meine Stimme nicht den damals in Bulgarien üblichen Vorstellungen von einem Mezzosopran entsprach. Sie war heller,...
